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Das katholische Sakramentenverständnis von: Peter Knauer SJ Autor URL
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Das katholische Sakramentenverständnis



1. Nach der christlichen Botschaft ist Gott der Welt mit einer Liebe zugewandt, die an nichts Geschaffenem ihr Maß hat. Wir sind aufgenommen in die Liebe Gottes zu Gott, des Vaters zum Sohn, die der Heilige Geist ist. Diese Liebe kann man nicht an der Welt ablesen, sondern sie wird nur durch das Wort offenbar. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, um ein solches Wort zu ermöglichen (vgl. DV 2).

2. »Wort Gottes« ist das Angesprochenwerden des Menschen durch Gott in dem mitmenschlichen .Wort der Weitergabe des Glaubens. Es ist das Geschehen von Gemeinschaft mit Gott, die den Menschen aus der Macht der Angst um sich selbst befreit. Denn der Glaube an Jesus Christus als Sohn Gottes besteht darin, sich und die ganze Welt aufgrund seines Wortes in die ewige Liebe des Vaters .zu ihm aufgenommen zu wissen.

3. Das Wort Gottes richtet sich an alle Menschen. Es ist von sich selbst her sinnenhaft und betrifft den ganzen Menschen mit Leib und Seele und fordert ihn zur Entscheidung heraus.

4. Weil das Wort Gottes als solches unüberbietbar (DV 4,2) und unteilbar ist, können die Sakramente weder als Überbietung des Wortes Gottes noch als Ergänzung zu ihm noch als seine höchste Form und auch nicht als seine Verleiblichung, sondern nur als deren Unterstreichung verstanden werden. Da die Sakramente nur denen gespendet werden, die das Wort Gottes annehmen, sind sie vielmehr Gestalten des angenommenen Wortes Gottes. Sie unterstreichen, was bereits im Wort Gottes selber geschieht. Deshalb sind die Sakramente »notwendig möglich« (im Unterschied zu absoluter Notwendigkeit oder bloßer Beliebigkeit).

5. Die Sakramente »bezeichnen«, »enthalten«, »teilen mit« und »bewirken« (DH 1606) eine Gnade, die nicht auf sie selber beschränkt ist. Die Würde der Sakramente besteht gerade darin, über sich selbst hinauszuweisen. Deshalb hat bereits der liebende Glaube als das Verlangen nach ihnen an ihrer Gnade Anteil (DH 1604).

6. Die Wirksamkeit der Sakramente » ex opere operato (= kraft ihres Vollzugs, unabhängig vom persönlichen Gnadenstand des Spenders)« (DH 1608) ist in der gleichen Weise begründet wie die Verlässlichkeit jeglicher im Sinn der Selbstmitteilung Gottes verstehbaren Verkündigung » ex sese (= aus sich, nicht erst aufgrund der Zustimmung der Kirche)« (DH 3074). Das Wort Gottes wird zwar nur im Glauben der Kirche als Wort Gottes erkannt, aber nicht erst durch den Glauben der Kirche zum Wort Gottes gemacht.

7. Am Beispiel der Eucharistie wird deutlich, dass die Gnade des Sakraments nicht an der Vollkommenheit des Zeichens hängt; auch die Kommunion unter einer Gestalt ist im hervorhebenden Sinn (vgl. DH 4412) die volle sakramentale Gegenwart Christi (DH 1653). Das Verhältnis ist ähnlich wie das der Wahrheit zu dem Wort, in welchem sie gesagt wird (»ohne Vermischung / ohne Trennung«).

8. Ähnliches gilt von der Übertragung des » in persona Christi Capitis« (PO 2,3) handelnden Amtes, dessen Struktur dem Glauben »unverlierbar ( indefectibiliter)« bewahrt wird (LG 27,2).

9. Ökumenisch ist zu bedenken, dass nach katholischer Lehre auch evangelische Christen durch Glauben und Taufe Christus eingegliedert (UR 3,1) werden und überhaupt die Gesamtheit der Glaubenden im Glauben nicht irren kann (LG 12,1). Deshalb beruht die Trennung von an Christus im Sinn seiner Gottessohnschaft Glaubenden eher auf gegenseitigen Missverständnissen. Zum Beispiel hängt die Zahl der Sakramente von ihrer jeweiligen Definition ab.

10. Wie die Glaubensverkündigung, so sind auch die Sakramente die Erscheinungsweisen des Auferstandenen in Raum und Zeit. Christus selbst ist der darin Handelnde (SC 7,1).

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