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Das CREDO-Projekt 2002/03
Als der Liturgische Arbeitskreis der Stadtgemeinde Johannes XXIII. vor mehr als einem Jahr die lang gehegte Idee eines „CREDO-Projekts“ in die konkrete Planung umzusetzen begann, ahnte keiner von uns, welch guten Zuspruch dieses Unterfangen - besonders auch seitens der beteiligten Theologen - ernten würde. Fast durchweg bereiteten z.B. die Priester, die ja in aller Regel ohnehin an den Wochenenden mehrfach zu predigen haben, ihre „ CREDO -Predigt“ außer der Reihe vor, und das mit nicht geringem Arbeitsaufwand, wie man den Texten deutlich entnehmen kann.
Hier zunächst ein Auszug aus der Ankündigung und Einladung im Gemeinderundbrief:
Am 20.Oktober 2002 beginnt die Stadtgemeinde einen Liturgie-Zyklus zum Thema „Glaubensbekenntnis“. Wir wollen uns über längere Zeit mit der Frage befassen „Was glauben wir eigentlich?“. Was bedeutet „gezeugt, nicht geschaffen“ oder „Jungfrau Maria“ oder „sitzt zur Rechten des Vaters“? - viele vertraute Floskeln, denen wir doch vielfach nicht so recht über den Weg trauen.
In unseren Zeiten, da Psychologie, Esoterik und andere „Zeitgeister“ unser Denken und Sprechen vielfältig durchdringen, werden uns auch die theologischen Begriffe und das, was wir mit ihnen bezeichnen, leicht undeutlich oder fremd. Da soll dieser Liturgie-Zyklus ein wenig Unterstützung und Klärung bringen.
Als textliche Grundlage dient uns das „nizäno-konstantinopolitanische“ Glaubensbekenntnis (Konzil anno 381), der ausführlichere und ältere der beiden uns vertrauten Texte. Wir haben es in 17 Kurzabschnitte aufgeteilt, die dann jeweils einen Gottesdienst thematisch prägen sollen. Die Reihenfolge der Abschnitte wird jedoch nicht stringent durchzuhalten sein: Das Kirchenjahr mit seinen eigenen Schwerpunkten sowie die Möglichkeiten und Vorlieben der jeweiligen Zelebranten spielen hinein. So wird der Textverlauf ein wenig „springen“.
Wir denken, daß diese Thematik, ein „Herzstück“ christlichen Gemeindelebens, viele Mitglieder der Stadtgemeinde interessiert, und hoffen auf rege Teilnahme.
Vor Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, liegt nun so etwas wie das Protokoll dieses Predigt-Zyklus. Dazu einige Bemerkungen:
1. Es gilt das gesprochene Wort - dieser Grundsatz hat im liturgischen Kontext ein noch sehr viel größeres Gewicht als anderswo. Gottesdienst ist stets Kerygma, Verkündigung, Weitersagen des Wortes Gottes in der Gemeinschaft der um den Tisch des Herrn Versammelten und von dort aus weiter in die Welt. Predigt ist in diesem Kontext eben dann nicht akademischer theologischer Diskurs, sondern Ansprechen, Auffordern, Bewegen, sich-bewegen-Lassen: Öffnung für das Geschehen der Gnade. Dieser Kontext des gemeinsamen Dankens, Betens und Singens geht bei der schriftlichen Fassung der Predigt fast unweigerlich verloren .1
So ist der vorliegende Abdruck der Predigten auch nicht für eine allgemeine Veröffentlichung vorgesehen, sondern in erster Linie für die Teilnehmer der Gottesdienste: als Möglichkeit, das Gehörte - und es war manchmal schon eine ziemlich dichte Menge, die zu hören war! - noch einmal gedanklich nachzulesen, zu entwirren, zu vertiefen.
In zweiter Linie diene diese Textsammlung jenen, die nicht bei allen Gottesdiensten dabei sein konnten und gern dem theologischen Zusammenhang des Glaubensbekenntnisses nachgehen wollen.
Schließlich sollen auch entferntere Freunde und Gönner der Stadtgemeinde, die nie oder selten Gelegenheit haben, an den Gottesdiensten teilzunehmen, auf diese Weise ein kleines Echo auf ihre innere Verbundenheit erhalten.
2. Das Inhaltsverzeichnis zeigt auf den ersten Blick, dass das CREDO sich in den Predigttexten nicht vollständig abbildet. Das hat im Wesentlichen drei Gründe. Zum einen gab es Theologen, die aus grundsätzlichen oder praktischen, stets aber sehr respektablen Erwägungen nicht wollten, dass ihre Predigt schriftlich fixiert würde.2
Zum anderen formuliert das CREDO Aspekte unseres Glaubens („Geheimnisse“), die nur sehr schwer im Rahmen einer einzigen Predigt zu verhandeln sind3 , und daher keinen „Abnehmer“ fanden ...
Schließlich gibt es Themen, die in anderen Zusammenhängen besser aufgehoben sind: So plant der Liturgische Arbeitskreis einen weiteren Gottesdienstzyklus zum Thema SAKRAMENTE, in dem dann etwa die hier ausgesparte Taufe ihren Platz findet.
So bleibt diese Textsammlung konsequent fragmentarisch. Und das ist gut so, denn sonst könnte der Eindruck entstehen, man wolle und könne mit zwei Dutzend Predigten den gesamten Glauben der Gemeinschaft der Heiligen erschöpfend abbilden. Das aber geht nur entweder mit einem einzigen Wort4 oder aber im unendlichen Strom der Worte, wie sie (Sonn-)Tag für (Sonn-)Tag von allen Glaubenden gemeinsam gesprochen werden.
3. Die Prediger hatten bei der Planung die freie Wahl der Themen und CREDO-Artikel. So kam es, dass die einzelnen Passagen des Glaubensbekenntnisses weder in der Originalreihenfolge noch strikt entlang dem Kirchenjahr zur Sprache kamen. In der vorliegenden Sammlung ist die ursprüngliche Abfolge der CREDO-Artikel wieder hergestellt.
4. Die Redaktion der Texte beschränkt sich auf grobe Rechtschreib-Korrekturen sowie sinnhafte Interpunktion und Absatz-Bildung (bei den tontechnisch aufgezeichneten Predigten). Da diese Arbeit ausschließlich in der sehr knappen Freizeit des Redakteurs stattfand, erhebt sie keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder gar professionelle Perfektion. Ein Korrektur-Lesen durch Dritte fand nicht statt. Wir sind sicher: Die Texte sprechen auch in weniger vollkommenem Gewand ...
5. Ein Teil der Predigten lag nicht schriftlich vor, sondern wurde mit einem Kassettenrekorder aufgezeichnet, anschließend (ohne Diktaphon, sozusagen „zu Fuß“) mit der Schreibmaschine abgetippt, schließlich in den PC eingescannt, um in einheitlicher Form zur Verfügung zu sein. Diese etwas atavistische Umständlichkeit war unumgänglich, da nur auf diese Weise die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden konnte. Die bei diesem Prozedere unvermeidlichen Fehler und Missverständnisse bitten eindringlich um barmherziges Wegschauen!
6. Ein „Copyright“ gibt es nicht, im Gegenteil: Wer immer möchte, soll die Texte weitergeben, ganz gemäß Paulus: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1 Kor 9, 16b)
7. Einige wenige Lesungstexte sind mit abgedruckt (insbesondere jene, die neu übersetzt wurden). Es empfiehlt sich daher, bei der Lektüre dieser Texte, eine Bibel zur Hand zu haben ...
8. Für das Abtippen der akustisch aufgezeichneten Texte5 sei Dr.Manfred Weck an dieser Stelle ganz heftig gedankt: Niemand hatte sich um diesen mühseligen und undankbaren „Job“ gerissen - er tat ihn einfach!
Genau so herzlich sei allen Predigern gedankt, die sich an diesem Projekt beteiligt haben.
Besonderen Dank aber verdienen alle Gemeindemitglieder, die durch ihr Zuhören, Mitbeten und -singen diese Art des geistlichen Miteinanders überhaupt erst ermöglichen, tragen und lebendig machen!
Dass Kraft und Inspiration für all dies nicht aus uns kommen, muss wohl nicht eigens erwähnt werden: Der letzte und entscheidende Dank daher an den, auf den hin wir leben6 und der uns zu all diesem Hören und Sprechen für immer eingeladen hat.
Bremen, August 2003 Christian Gallasch
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Daher sind - zur Veranschaulichung - in einzelnen Fällen auch weitere Gebetstexte beigefügt.
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So etwa die Predigt über „die heilige, katholische und apostolische Kirche“.
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So etwa die „Dreifaltigkeit“.
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Joh 1,1
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... im Inhaltsverzeichnis mit * gekennzeichnet.
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Apg 17,29
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