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Projekt SAKRAMENTE - Eucharistie (2) von: G. Müller-Fahrenholz
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Projekt SAKRAMENTE - Eucharistie (2)



Wegzehrung, Orientierung in gottlosen Zeiten
(Verlesen: Predigt von G.Müller-Fahrenholz in St.Bonifatius, Bremen, am 15.11.1998)
(1 Kor 11, 17 - 29; Mt 26, 17 - 30)

Liebe Stadtgemeinde! 

Dass wir am Tisch des Herrn nicht einmütig versammelt sein können, ist und bleibt für mich ein wunder Punkt. Ich weiß, andere Christenmenschen empfinden das nicht so. Aber ich kann mich nicht daran gewöhnen. Es bleibt ein Skandal. Was steht da immer noch trennend zwischen unseren Kirchen? Es sind nicht nur Priesteramtstheologie und Kirchenrecht, sondern auch lange und verworrene Geschichten von Verketzerungen, von Vorurteilen, Missverständnissen und Unverständnissen. Der frisch gegründete ökumenische Arbeitskreis will solche Geschichten erkennbar und einsichtig machen. Wir haben uns gesagt: Man muss sich ins Herz schauen lassen; denn dort sitzen die Vorbehalte und Verletzungen. Spaltungen im Glauben löst man nicht mit intellektuellen Konsensformeln, sondern die heilt man, indem man sich füreinander öffnet und miteinander neue Wege geht. 
Ich fange heute damit an: Ich will Ihnen von Erfahrungen erzählen, die mein Verständnis von Eucharistie geprägt haben.

1. Schritt: „Geheimnis des Glaubens" 
Vor genau dreißig Jahren begann ich als frisch ordinierter - Sie würden sagen: geweihter - Pfarrer meinen Dienst in der deutschsprachigen Lutherischen Gemeinde von Oxford, England. Wir feierten unsere Gottesdienste in der alt-ehrwürdigen St. Mary´s Church, der Universitätskirche an der High Street. Der Altar hatte eine Art Geländer, mit Polstern zum Knien, denn die Gläubigen knieten zum Empfang der Hostie und des Kelches. 
Ich erinnere mich an Frau Joseph. Sie war während der Hitler-Diktatur aus Deutschland geflohen, weil sie „nicht-arisch'"' war. Sie hatte sich mühsam als Angestellte bei vermögenden englischen Familien durchgeschlagen und lebte nun von einer kleinen Altersrente in einer kärglichen Wohnung. Das Gehen fiel ihr schwer, und das Knien tat ihr weh. Ich erinnere mich an eine Abendmahlsfeier. Ich sah, wie sie nach vorn kam und sich mühsam hinkniete und wie sie dann mit einer ungeheuren Erwartung und gesammelten Andacht die Elemente zu sich nahm. Ja, mit einer Art Erschrecken ahnte ich es: Sie empfing den Leib und das Blut unseres, ihres Heilandes - aus meiner Hand! Es durchfuhr mich wie ein Schauder.

Bis dahin hatte ich über das Abendmahl gedacht, was man als Theologe so lernt. Aber in diesem Augenblick hatte ich eine blitzhafte Einsicht, was es heißt: Geheimnis des Glaubens. Zu dem Geheimnis gehörte die tiefe Kommunion dieser alten Frau mit dem Gott, dem sie vertraut hatte in Verfolgung, Armut und Einsamkeit. Da war eine Innigkeit zwischen ihr und dem, der da ruft: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“, eine Innigkeit, die mich erschüttert hat. Und wer war ich denn in diesem verborgenen Geschehen? Offensichtlich nur ein Handlanger. Durch meine Worte und meine Hände ging etwas, das unendlich viel größer war als ich, unendlich geheimnisvoller als meine theologischen Begriffe. Etwas, dessen ich überhaupt nicht würdig war. Ist es nicht eine entsetzliche Anmaßung, dieses Amt, das zwischen dem Herrn des Abendmahls und gläubigen Menschen zu vermitteln sich erdreistet? 
Und doch muss es geschehen.
Und wer waren die anderen Menschen, die alten und die jungen, die mit Frau Joseph am Altar knieten? Was brachten sie mit an Erwartung, an Zweifel, an innerer Not? Und ich sah mit innerem Erschrecken, wie wenig ich als Pfarrer über die inneren und verborgenen Geschichten des Glaubens, welche diese Menschen mit Gott hatten, wusste und je würde wissen können! Geheimnis des Glaubens! Wir gehörten offiziell alle zu einer lutherischen Gemeinde. Aber was hatten diese unendlich verschiedenen Geschichten des Glaubens im Ernst mit dem konfessionellen Firmenschild zu tun? War nicht jede einzelne Geschichte ein eigener Weg in das Mysterium, mit all den Irrwegen und Abwegen und Umwegen, auf die wir Menschen in unserem Leben geführt werden? Und deshalb hörten alle auf unterschiedliche Weise, wenn ich die heiligen Worte sagte: Nimm hin und iss! Dies ist mein Leib? Nimm hin und trink: Dies ist das Blut des neuen Testaments, für dich und deine Sünde vergossen! Das stärke dich! 
Damals habe ich begonnen zu verstehen, dass wir, die Pastoren, die Pfarrer, die Priester, nichts anderes sein können als Gehilfen der Freude, dass wir nur hoffen können, dies zu sein. Dass Menschen durch die Eucharistie hindurch zu einer tieferen Freude gelangen, die ihre Seele in den Stürmen des Lebens bewahrt. Das zu befördern, ist uns aufgetragen. Und dass wir eines auf gar keinen Fall zu sein beanspruchen dürfen: Uns zu Herren über ihren Glauben aufzuspielen. Das hat Paulus so im 2.Korintherbrief gesagt: Wir sind nicht Herren über den Glauben, sondern Gehilfen ihrer Freude! Und damit hat er bestimmt, was allen Dienern am Wort und am Sakrament heilig sein sollte. Wir sind Handlanger, und der Altar ist des Herren Tisch: Er lädt ein, nicht wir. Er ruft herzu, die mühselig und beladen sind. Wer gibt uns das Recht zu bestimmen, wer sich angerufen fühlen darf und wer nicht? 

2. Schritt: Essen und trinken sich selbst zum Gericht 
In den Gemeinden meiner Kindheit war es üblich, dreimal im Jahr zum Abendmahl zu gehen: Zu Karfreitag, zu Pfingsten und zu Weihnachten. Das wurde von katholischer, aber auch von anglikanischer Seite als Mangel an Abendmahlsfrömmigkeit angesehen. Inzwischen hat sich das auch geändert. Jetzt ist vielfach jeder Sonntagsgottesdienst ein eucharistischer Gottesdienst. i, 
Es lohnt sich indessen, die geistlichen Gründe anzuschauen, die frühere Generationen veranlassten, das Heilige Abendmahl so selten zu sich zu nehmen. Es geschah aus der Angst heraus, man könne es vielleicht unwürdig empfangen. Und da spielte der Abschnitt aus dem 1.Korintherbrief eine entscheidende Rolle: „Wer nun unwürdig von diesem Brot isst und von dem Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn!“ Welch ein entsetzlicher Satz! Wer wollte denn schon schuldig werden am Leib und Blut Christi? Und wie wollte man wissen, ob man würdig war? Zwar begann jeder Abendmahlsgottesdienst mit der großen Beichte und der Freisprechung von all unseren Sünden, aber man kannte sich doch. Kaum war die Sünde vergeben, so meldeten sich schon wieder sündige Gedanken, und wäre es nur der Zweifel, ob die vom Pfarrer ausgesprochene Vergebung wohl auch wirklich geglaubt werden dürfe? War man nicht immerfort und immer wieder unwürdig? 
Herr ich bin nicht würdig, daß du eingehest unter mein Dach!
War es dann nicht besser, dieses schrecklich-mysteriöse Sakrament zu meiden?
Diese Scheu vor dem Sakrament des Altars war falsch. Sie war das Ergebnis einer falschen Auslegung dieser paulinischen Stelle. Sie war das Ergebnis einer verzerrten Sündentheologie im Luthertum.
Aber bevor ich etwas darüber sage, wie wir diese Verse heute verstehen, sei doch noch eine Anmerkung gestattet: Es sind vor allem orthodoxe und römisch-katholische Bischöfe, die sagen: Wir können die Eucharistie erst dann zusammen feiern, wenn wir unsere - sündigen - Spaltungen hinter uns gelassen haben. Erst in der „Einen Kirche“ können wir das Sakrament der Einheit feiern. Das ist im Kern nicht anders gedacht als in der lutherischen Gemeinde meiner Jugend. Da wurde argumentiert: Wir können das Abendmahl erst feiern, wenn wir ohne Sünde sind. Hier wird gesagt: Wir können es erst feiern, wenn wir ohne Trennungen sind.
Dabei ist es doch umgekehrt! Wir können, ja wir müssen es feiern, weil wir in Sünde befangen sind, d.h. weil wir uns immer wieder von Gott entfernen. Wir müssen es feiern, weil wir getrennt sind und immer wieder in der Gefahr stehen, uns aus den Augen zu verlieren. Was meint denn Paulus mit diesen Worten? Die exegetischen Fachleute sagen uns: Die Verhältnisse in der korinthischen Gemeinde waren offenbar von sozialen Gegensätzen bestimmt: Man kam in der Regel am Abend zum gemeinsamen Herrenmahl zusammen. 
Man muß sich die Gemeinde wohl als eine Art Hausgemeinde vorstellen, in der das Abendessen gemeinsam im Namen des Herrn eingenommen wurde. Aber dann kam es vor, dass die Armen, die länger arbeiten mussten, später ankamen, und dann hatten die Reicheren bereits gegessen und getrunken, ja sie hätten gelegentlich sogar einen über den Durst getrunken! Dann bekamen die Armen nichts mehr ab. Sie wurden doppelt beschämt. Einmal dadurch, daß sie hungrig blieben, zum anderen dadurch, dass ihnen ihre Armut unter die Nase gerieben wurde. So wurde die Gemeinde verachtet, d.h. die Gemeinschaft drohte an ihren sozialen Gegensätzen, an der Missachtung der Zusammengehörigkeit Schaden zu nehmen. Man versündigt sich also an dem Leib und Blut des Herrn, wenn man die Mitmenschen verachtet, die doch zum Leib dieses Herrn gehören und die durch sein Blut erlöst sind. 
Durch eine solche Auslegung verliert der Text etwas von seinem ursprünglichen Schrecken, aber er gewinnt eine neue Dimension, die nicht weniger einschüchternd ist. Denn ist nicht der Leib Christi auch heute durch soziale Gegensätze, durch kulturelle oder rassische Unterschiede aufs Gravierendste zerrissen? Und laufen solche Unterschiede nicht auch innerhalb der Konfessionen? Und, auf subtile Weise, auch innerhalb der katholischen Kirche? Wer ist denn „würdig"?


3. Schritt: Tut dies zu meinem Gedächtnis 
Ich gedenke der letzten Nacht und des letzten Mahles. Wie Jesus das Brot und den Wein mit seinen Jüngern teilte - und auch Judas nahm von seiner Hand. Und Jesus teilte sich ihnen mit, nicht weil sie perfekte Jünger, sondern weil sie schlechte Jünger waren. Verräter wie Judas, Verräter wie Simon, und alle, die ihn verließen, wenige Stunden später, oh, was für eine feige Bande! 
Tut dies zu meinem Gedächtnis! Das heißt dann doch auch: Ich weiß, daß ihr unbeständige Leute seid. Trotzdem bin ich beständig in eurer Nähe. Ihr werdet dazu neigen, mich zu verlassen, aber ich verlasse euch nicht. Ihr werdet dazu neigen, an euch und aneinander zu verzweifeln, aber ich zweifle nicht an euch. Ich liebe euch. Ich halte zu euch. Ihr werdet Mühe haben, den Gedanken zu fassen, in Gottes Nähe zu sein. So feiert das Mahl, teilt ein Stück Brot, einen Schluck Wein, und wie diese zu einem Teil eures Lebens werden, so fasst den Gedanken, dass Gott euch nahe ist, so nahe, so innerhalb von euch, so sehr Teil eures Wesens, wie Brot und Wein Teil eures Lebens werden. Ihr werdet diese Mahlgemeinschaft brauchen, so dringend wie das tägliche Brot; denn die Gefahr ist groß, dass ihr euch verliert, dass ihr die anderen aus den Augen verliert, dass ihr euch selbst untreu werdet, und die anderen verratet. Ihr werdet dieses Mahl dringend benötigen, damit ihr euch meiner Nähe vergewissern könnt. Zwar bin ich immer in eurer Nähe, ihr braucht mich nicht auf magische Weise herbeizuzwingen in den Elementen, das ist Aberglauben. Aber da ihr schwache Leute seid, braucht ihr die symbolischen Zeichen der Vergewisserung: Ihr müßt euch begegnen und wiedererkennen, einander in mir und mich in den anderen. Drum esst und trinkt! 
Darum gefällt es mir sehr, wenn wir uns im großen Kreis um den Tisch des Herrn versammeln. Wir geben die Elemente von Hand zu Hand weiter, und alle denken: Für dich gegeben! Für dich vergossen! Brot des Lebens! Wein der ewigen Freude! Und dann kehren wir an unsere Plätze zurück. Das scheint mir stimmiger zu sein als die Wandelprozession, bei der sich die Gläubigen in langen Schlangen nach vorn bewegen und jeder für sich die Elemente entgegennimmt. Da stehen die heiligen Elemente im Mittelpunkt, aber im Kreis steht die communio sanctorum, die Gemeinschaft der Heiligen, im Mittelpunkt. Und das scheint mir mindestens so wichtig zu sein: Die Eucharistie lebt nicht nur von den geheiligten Elementen, sondern lebt in der Gemeinschaft der Heiligen, d.h. der Sünder, die um Jesu Christi willen heilig genannt sind. Es geht nicht um die Wandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut - wie viel Zank und Streit hat es um diese Interpretation gegeben! -sondern es geht um die Verwandlung der Menschen in den Leib Christi. Und solche Verwandlung, solch ein Überkleiden ist nötig wieder und wieder, nicht weil wir perfekt sind, sondern solange und weil wir imperfekt sind! 
Mitten in Sorge und Not, mitten in Verzweiflung und Anfechtung, mitten in Misstrauen und Ungewissheit brauchen wir diese Zeichen, brauchen wir einander, auch wenn wir einander im letzten nicht werden helfen können; denn wenn es ans Sterben geht, ist jeder allein vor Gott. Und doch brauchen wir die Gemeinschaft und die Gewissheit: Da ist einer mitten unter uns, der Gekreuzigte und Auferstandene, in dessen Barmherzigkeit will ich mich bergen, jetzt und in der Stunde meines Todes, Wohl dir Kreuz - einzige Hoffnung!


4. Schritt: Das Wegesakrament 
Ich hätte noch viel zu erzählen über die Entwicklung meiner eucharistischen Theologie, aber dies will ich am Schluss noch unterstreichen: Das Herrenmahl ist ein Wegesakrament. Was ich damit meine? Es ist das Sakrament, das uns auf unserem Weg durch das Leben begleitet, nährt, stützt und unterweist. Wir sind eine communio viatorum, eine Gemeinschaft auf dem Wege, ein wanderndes Volk. Und jede wandernde Gruppe braucht Rastzeiten. Dort findet man wieder zusammen, nachdem sich die Gruppe auseinandergezogen hat. Gäbe es solche Rastzeiten nicht, dann würde man sich leicht aus den Augen verlieren. Bei der Rast kann man auch beraten, wie die nächste Wegstrecke aussieht, und korrigieren, was auf der letzten nicht so richtig geklappt hat. 
So ist für mich das regelmäßig gefeierte Mahl die Rast auf dem Weg, die Ruhepause auf der Wanderschaft, die gemeinsame Vergewisserung über das Ziel. Gerade weil wir aus verschiedenen Geschichten kommen, brauchen wir dieses Wegesakrament, damit wir uns finden können. Indem es uns in der alltäglichen Mühsal stärkt, macht es den Weg in die Zukunft frei. Indem es uns stärkt, macht es uns wachsam. Während wir die einfachen Elemente des Brotes und Weines teilen, lernen wir, die Ungerechtigkeiten in der Welt genauer zu sehen und für mehr Gerechtigkeit zwischen Arm und Reich einzutreten. Wenn wir das Sakrament erst als krönenden Abschluss feiern dürfen, nachdem wir unsere Spaltungen überwunden haben, ja dann werden wir es nie feiern. Und unterdessen verkümmert das wandernde Gottesvolk. Es verliert sich. Dass wir den Segen des Wegesakramestes nicht annehmen können, diese verweigerte eucharistische Gemeinschaft - das ist nach meiner Meinung der tiefste Grund, warum es mit der ökumenischen Bewegung nicht vorangeht. Wir Evangelischen kannten dieses Wort nicht: Eucharistie. Ich habe es lieben gelernt. Denn es enthält das Wort „charis". Das ist Gnade. Christus in unserer Mitte, das ist charis. 
Und von dieser Mitte empfangen unsere Kräfte ihre Orientierung und Ausrichtung, und so werden sie zu „Charismen", zu Gnadengaben. Und „eu" heißt „gut". „Gutsagen" für die Gnade, das ist „efcharistó", wie man noch heute in Griechenland sagt: Efcharistó! Danke! Eucharistie ... 
Die dankbare Feier der Nähe Gottes mitten in unseren gottlosen Verhältnissen. Das richtet den Blick über unsere Verhältnisse hinaus auf den kommenden Gott, auf den Gott, in dessen Advent wir stehen, und auf den Frieden seines Reiches, größer und höher als unsere Vernunft. 

Amen.










Lesungen:

1. 1 Kor 11, 17 - 29

Wenn ich schon Anweisungen gebe: Das kann ich nicht loben, dass Ihr nicht mehr zu Eurem Nutzen, sondern zu Eurem Schaden zusammen kommt.
Zunächst höre ich, dass es Spaltungen unter Euch gibt, wenn Ihr als Gemeinde zusammen kommt; zum Teil glaube ich das auch. Denn es muss Parteiungen geben unter Euch - nur so wird sichtbar, wer unter Euch treu und zuverlässig ist.
Was Ihr da bei Euren Zusammenkünften tut, ist keine Feier des Mahls des Herrn mehr; denn jeder verzehrt sogleich seine eigenen Speisen, und dann hungert der eine, während der andere schon betrunken ist.
Könnt Ihr denn nicht zu Hause essen und trinken? Oder verachtet Ihr die Gemeinde Gottes? Wollt Ihr jene demütigen, die nichts haben? Was soll ich dazu sagen? Soll ich Euch etwa loben?
In diesem Punkt kann ich Euch nicht loben.

Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich Euch dann weitergab:
Jesus, der Herr, nahm in der Nacht, in der er ausgeliefert wurde, Brot, sprach den Dank, brach es und sagte: Dies ist mein Leib für Euch - dies tut zum Gedenken an mich!
Ebenso nahm er nach dem Mahl den Becher und sagte: Dieser Becher ist das neue Bündnis in meinem Blut - dies tut, sooft Ihr ihn trinkt, zum Gedenken an mich!
Denn sooft Ihr dieses Brot esst und diesen Becher trinkt, verkündet Ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Wer also achtlos dieses Brot isst und diesen Becher trinkt, wird sich schuldig machen an Leib und Blut des Herrn.
Daher überprüfe sich jeder Mensch, und so esse er das Brot und trinke er den Becher.
Denn wer isst und trinkt ohne die Unterscheidung zum Leib des Herrn, der isst und trinkt sich selbst das Urteil. 


2. Mt 26, 20 - 30

Als es Abend wurde, begab er sich mit den Zwölfen zu Tisch.
Während sie aßen, sagte er:„Wahrlich, ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern.“
Da wurden sie sehr betrübt und begannen, einer nach dem anderen, ihn zu fragen: „Etwa ich, Herr?“
Er antwortete: „Der seine Hand mit mir in die Schale tauchte, der wird mich ausliefern. Der Sohn des Menschen muss zwar fortgehen, wie es über ihn geschrieben ist; doch wehe dem Menschen, durch den der Sohn des Menschen ausgeliefert wird. Für ihn wäre es ein Glück, nicht geboren zu sein.“
Da ergriff Judas, der Verräter, das Wort und fragte: „Bin etwa ich es, Rabbi?“
Er sagte zu ihm: „Du sprichst es aus“.

Während des Mahls nahm Jesus Brot, sprach den Segen, reichte es den Jüngern und sagte:
„Nehmt und esst: Dies ist mein Leib“
Dann nahm er den Becher, sprach den Dank, reichte ihn herum und sagte:
„Trinkt alle daraus: Denn dies ist mein Blut des Bündnisses, für viele vergossen zur Vergebung der Sünden.
Ich sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu jenem Tag, an dem ich ihn erneut mit euch trinke im Reich meines Vaters“.

Dann sangen sie gemeinsam und gingen hinaus zum Olivenberg.


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