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„CHARISMA" UND „GEISTTAUFE"
Präsentation einer Analyse
Die heutige Verwirrung um Begriffe wie „Charisma" und „Geisttaufe" ist groß; in jedem einzelnen Fall muß man nachfragen, was der Autor mit diesen Worten meint. Geschichte und Aktualität der damit gegebenen Sachproblematik wurden darum in einem zweibändigen Werk anhand der Semantik und Begriffsgeschichte
aufgezeigt. (1)
Dabei stellt sich heraus, daß erst in den letzten drei Jahrhunderten die verschiedenen Fäden zu einem fast unentwirrbaren Knäuel geworden sind. Die systematische Theologie hatte im Laufe der Zeit Begriffe wie „Taufe" und „Charisma" weiterentwickelt und angereichert. Erweckungsbewegungen im 17. und 18. Jahrhundert und schließlich der pfingstlich-charismatische Aufbruch des 20. Jahrhunderts suchten nach Wörtern in der Bibel, um eine überraschende Erfahrung zu benennen: ‚Geisttaufe' und ‚Charismen'. Die biblische Exegese aber suchte nach dem ursprünglichen Sinn dieser Wörter; doch hat man sich wirklich freigemacht von allen historischen Übermalungen? Hat die theologische Sprache das Wirken des Heiligen Geistes immer unmißverständlich und zutreffend begriffen und zum Ausdruck gebracht?
Unter den Anforderungen aktueller theologischer Fragestellungen und der Notwendigkeit, geistliche Prozesse mit ihrer Dynamik ins Wort zu bringen, sucht sich die Sprache - trotz semantischer Klärungsversuche einzelner - mit einer gewissen Naturgewalt ihren eigenen Weg. Sie engt Wörter durch häufigen Gebrauch in einem bestimmten Zusammenhang auf spezifische Inhalte ein (Entstehung von Termini), verändert ihre Schwerpunkte (u.a. auch durch Übersetzungen), reichert sie mit neuen Inhalten an (etwa aufgrund neuer Entwicklungen und Erfahrungen), oder Wörter bekommen in einem neuen Kontext neue Konnotationen. Diese ‚Naturvorgänge' gilt es zunächst zu erfassen und zu beschreiben, um zu der jeweils gemeinten Sache vorzudringen und Sicherheit im Gebrauch der Wörter zu bekommen.
DAS WORT CHARISMA
Im Fall von charisma kommt es zu merkwürdigen Aporien: Werden heute von den einen „Amt" und „Charisma" als einander entgegengesetzte Begriffe angesehen, behaupten andere, das Amt selbst sei ein Charisma - und heben damit gleichsam jenen mühsamen Unterscheidungsprozeß aus den Angeln. Ähnliches gilt für „Taufe im Heiligen Geist". Um die entstandene semantische Verwirrung schrittweise zu entwirren, wählen wir einen Zugang, der an die Wurzel geht, nämlich die Untersuchung der Bedeutung der Wörter im Neuen Testament, in der Geschichte und heute. Dabei versuchen wir zunächst eine Beschreibung: Was haben die Gläubigen des ersten Jahrhunderts, was die Kirchenväter des ersten Jahrtausends, was die Christen am Ende des zweiten Jahrtausends, etwa im Gefolge des Zweiten Vatikanischen Konzils, jeweils im Sinn?
Das Ergebnis: Charisma ist bei Paulus kein Fachausdruck für bestimmte ‚vom Geist gegebene Befähigungen zum Aufbau derKirche', sondern ist an allen Stellen mit „Geschenk" richtig und hinreichend übersetzt, und zwar in dem objektiven Sinn eines bestimmten Inhalts (z.B. eine Prophetie, nicht ‚Prophetengabe'). Als Geber all dieser Geschenke ist stets Gott genannt, auch wenn sie in 1 Kor 12,4-11 von ihm „durch den Geist" gegeben werden. Eine spezifisch pneumatologische Konnotation ist bei Paulus mit diesem Wort nicht verbunden.
Der semantische Sprung von Gabe zu Begabung dauert fast 1000 Jahre und es braucht weitere 700 Jahre, bis der Begriff einer ‚freigewährten Befähigung zum Dienst am Heil anderer' (gratia gratis data) mit ‚charisma' verbunden wird. ‚Charisma' ist also weder bei Paulus noch bei den Kirchenvätern ein terminus technicus, wie er seit dem 17. Jahrhundert in der westlichen Kirche in immer neuen Ansätzen gebildet wurde. Daher sind viele Folgerungen, die man aus den Texten der Schrift und der Tradition gezogen hat, kritisch zu überprüfen. Da „Charisma" heute eine starke pneumatologische Konnotation aufweist, gehören Überlegungen zu „Charisma" und „Geist" nun mit zu einer Begriffsbestimmung. Der „Vorschlag zur Sprachregelung für den heutigen Gebrauch des Wortes" lautet: „Charisma ist eine aus der Gnade Gottes hervorgehende, jeweils von Gott dem Heiligen Geist besonders, nämlich individuell und ereignishaft, zugeteilte Befähigung zum Leben und Dienen in der Heilsgemeinschaft der Kirche und in der Welt." Dies ist gesagt in Abgrenzung gegenüber „Sakrament, Amt und Tugenden" (LG
12). (2) Aber man sollte den Begriff auch nicht auf ‚zum Dienst' oder ‚auffallende, leuchtende Befähigungen' eingrenzen.
Wir müssen jedenfalls damit leben, daß die biblische und die heutige theologische Sprache auseinanderklaffen, wir also das Wort je nach Kontext anders zu bestimmen haben. Selbst da, wo man in der Exegese den paulinischen Sprachgebrauch zu erheben meinte, blieb man bisher nicht unbeeinflußt von Konnotationen, die sich erst später gebildet haben. Ist dies aufgedeckt, kann man um so ungehinderter die anstehenden Sachfragen klären, etwa ob das Amt ein Charisma sei: Sicher ist es ein „Geschenk" im biblischen, aber nicht ein „Charisma" im heutigen Sinn.
Daß an diesem Wort in den letzten drei Jahrhunderten so viel herumgezerrt wurde, ist allerdings ein Signal für einen Trend in der gesamtkirchlichen Entwicklung: für eine Akzentverlagerung von einer einseitigen Betonung von Sakrament und Ritus (katholisch) oder von Wort und Rationalität (reformatorisch) zu einer größeren Offenheit für das je aktuelle, überraschende Wirken des Heiligen Geistes, das sich zwar an Wort und Sakrament ausweist, diese unterstützt, aber doch eigenständig ist. Was sich so im Leben der Christenheit Bahn bricht, ist eine Art geistliche Vitalisierung im Leben des Einzelnen, so daß der Heilige Geist von da her die Christenheit als ganze, auch ökumenisch, neu in einem „Leib" zusammenfügen kann, in den jeder sein ‚Charisma' einbringen kann, das „der Geist ihm zuteilt".
DAS PROBLEM DES BEGRIFFS ,GEISTTAUFE'
Damit ist auch die Frage nach der Rede vom ‚Taufen im Heiligen Geist', die von der Schrift bis in die Gegenwart einen ähnlichen Wandel durchgemacht hat, hochaktuell. Hierbei geht es nicht nur um die „Charismatische Erneuerung" und um pfingstliche Aufbrüche, sondern umfassend um das rechte Verstehen des Wirkens des Heiligen Geistes. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts viele Menschen in einer überraschenden Weise die Kraft des Heiligen Geistes erfuhren, sagten sie, daß sie wie ‚im Geist getauft' worden seien. Und Ähnliches ereignete sich seitdem in zunehmendem Maße, so daß man heute von weltweit über 500 Millionen Christen spricht, die quer durch alle Konfessionen hindurch in irgendeiner Weise von einer pfingstlich-charismatischen Erfahrung berührt wurden. Dabei stellte sich die Frage: Ist dies nicht das „Taufen im Heiligen Geist", von dem die Schrift (Mk 1,8; Apg 1,5) spricht? Haben dann nur diejenigen den Heiligen Geist empfangen, denen eine solche „Geisttaufe" geschenkt wurde? Aber wird nicht der Heilige Geist bei der (Wasser-) Taufe jedem gegeben? Kann man Erfahrungen überhaupt so abgrenzen und zum Maßstab machen?
Um einen Ausweg aus dem Dilemma zu finden, sagen nun manche Theologen, die Taufe sei ihrem Wesen nach darauf angelegt, eine derartige Erfahrung des Geistes zu vermitteln. Insofern sei, auch wenn sich dieses erfahrungsmäßige Moment erst später ereignen mag, „Geisttaufe" unter Einschluß von „Charismen" eine Entfaltung der Taufgnade und darum für jeden Christen „normativ". Diese These meinen u.a. G.T. Montague SM von der Schrift her und K. McDonnell OSB mit „Belegen aus den ersten acht Jahrhunderten" vertreten zu können. Ihr gemeinsames Werk: „Christian Initiation and Baptism in the Holy Spirit" (3)
ist in viele Sprachen übersetzt worden.
Dabei entstehen folgende Probleme: Entweder wird die Geist-Erfahrung, von der im pfingstlich-charismatischen Aufbruch berichtet wird, nivelliert, da man ihre spezifische Eigenart vernachlässigt; oder es wird, wenn sie allen als Ideal vor Augen gestellt wird, den übrigen Christen suggeriert, daß ihnen etwas fehlt, solange sie diese nicht haben. Handelt es sich hier jedoch, theologisch gesprochen, wirklich um eine sakramentale Gnade? Oder gehören wenigstens die gemeinten Elemente (notwendig) zum Sakrament hinzu? Sind Vermittlung des Geistes durch Taufe (und Firmung) und das, was man heute ‚Geisttaufe' nennt, wirklichdasselbe? Interessanterweise sind es, neben Vertretern aus allen Konfessionen, gerade viele Pfingstler, die diese Vermischung mit dem Sakrament ablehnen. Die Konsequenzen sind beträchtlich, weil die entsprechenden Überzeugungen sich in der theologischen Lehre und in der Verkündigung auswirken, etwa in dem offenen oder verdeckten universalen Anspruch, daß man bestimmte Erfahrungen haben müßte. Damit aber wird der Dialog sowohl innerhalb der Theologie als auch in der pastoralen Praxis der Gemeinden sowie in und mit der „Charismatischen Erneuerung" und der „Pfingstbewegung" sehr belastet.
Darum ist die Basis für den Begriff „Geisttaufe", der zudem meist mit „Charismen" verbunden wird, zu überprüfen. Grundlage ist, parallel zu unserer Untersuchung von charisma, eine Bedeutungsanalyse von baptisma (Tauchbad - Taufe?) und baptizein en pneumati ('in' Geist ‚taufen'?). Dies geschieht in Auseinandersetzung mit einem breiten theologischen Konsens. Mit den so gewonnenen Maßstäben fragen wir dann, wie man das Wort Geisttaufe in der biblischen, patristischen und systematischen Theologie sowie in der pastoralen Praxis verantwortlich gebrauchen kann und sollte. Dazu gehen wir - sozusagen stellvertretend für viele - zunächst an den Auslegungen von G.T. Montague (Kap.6) und K. McDonnell (Kap.7) entlang, um zu zeigen, wo ihre Folgerungen zutreffen oder wo sie nicht stichhaltig sind und warum nicht. Vielleicht gelingt es so, nach einer „systematischen Klärung" (Kap.8) sprachlich Formulierungen zu finden, denen Exegeten wie Systematiker, Theologen und Menschen in der pastoralen Praxis, Pfingstler und „freikirchlich" orientierte Christen ebenso zustimmen können wie Katholiken, Protestanten und Orthodoxe, nicht weil ein kleinster gemeinsamer Nenner gesucht wurde, sondern weil infolge der geschichtlichen Differenzierung jedes Anliegen seinen Platz findet. Wir gewinnen ein neues Raster, um die Quellen zu verstehen, ohne aus späterer Sicht etwas in sie ‚hineinzulesen'. Hat man die unterschiedlichen Nuancen in der Begriffsgeschichte so präzisiert, lassen sich manche begriffliche Spannungen in der Geschichte und heute sowie scheinbare Widersprüche auflösen, indem der Grund von Fehldeutungen offensichtlich wird. Zugleich wird man freier, die verschiedenen Anliegen der jeweiligen Autoren deutlicher zu sehen und zuerkennen, wie diese zusammenpassen - ein eminent ökumenisches Ergebnis.
DAS BIBLISCHE ‚  ’
In der Heiligen Schrift kommt das Substantiv ‚Geisttaufe' nicht vor. Der verbale Ausdruck baptízein (en) pneúmati aber ist eine Metapher, die nicht von ,taufen' her zu lesen ist. Denn das Verb hat von sich aus verschiedene andere Bedeutungen (untertauchen; benetzen, übertauen; übergießen, überschütten; waschen, baden; tränken; färben, glasieren; bedrängen, zugrunderichten, ruinieren), aber der Begriff ,taufen' (Zeichenhandlung für Umkehr, Sündenvergebung etc.) entwickelt sich erst im Laufe der Entfaltung der christlichen Botschaft und das ist in den Schriften des Neuen Testaments greifbar. Wenn Mk 1,5 die Leute ‚in dem Jordan gewaschen' werden und Jesus in Mk 1,9 ‚in den Jordan getaucht' wird (für ihn nicht als Zeichen der ‚Umkehr'), so paßt jedenfalls bei der zweiten Wendung nicht der Begriff ‚taufen', weil er nicht ‚in den Jordan getauft' werden kann. Also gebraucht Mk das Wort kurz hintereinander in verschiedenem Sinn, angezeigt durch verschiedene Konstruktionen ( mit Akk. und mit Dativ; die Übersetzungen nivellieren leider diesen Unterschied). Daß es aber in Mk 1,5 nicht ‚taufen' heißt, sieht man an Mk 1,8. Das Nächstliegende ist: ‚Ich benetze/ überschütte euch mit Wasser, er wird euch benetzen/ überschütten mit heiligem Geist'. Dann kann in der zweiten, der metaphorischen Aussage die gleiche Bedeutung beibehalten werden. Andernfalls müßte man annehmen, daß Mk hier nochmals die Bedeutung variiert, etwa ich ‚wasche euch mit Wasser, er wird euch mit Geist überschütten'; aber das ist nicht notwendig.
Auf keinen Fall denkt Markus hier an den (theologisch gefüllten) Begriff ‚taufen', weil dies nun im Unterschied zu Mk 1,9 einen neuen, hochdifferenzierten Begriff einführen würde, gleichzeitig in 1,9 andeutend, daß Jesus nicht in diesem Sinne ‚getauft' worden wäre. Markus müßte dann außerdem sagen wollen, daß Jesus später (wann?), ähnlich wie Johannes, einen ‚Initiationsritus' vollziehen werde. Diese spätere christliche ‚Taufe' aber wird gerade auch mit Wasser vollzogen; also kann dies nicht gut das Oppositum sein, das dem Evangelisten vorschwebt. Und sollte er wirklich sagen wollen, daß der Täufer auf einen Initiationsritus, der dann an jedem nur einmal vollzogen würde, hinweisen wolle? Wäre es dann vielleicht eine Voraussage einer von dem christlichen Tauchbad unterschiedenen Geistverleihung? (Zu Apg 1,5 später.) Der Begriff muß offener sein und umfassend das gesamte Handeln des (erhöhten) Messias bezeichnen als ein ‚Mit-Geist-Benetzen/ Übertauen/ oder auch Überschütten', was eben nicht das Element der Einmaligkeit impliziert.
Etwas Ähnliches ergibt sich bei Lk 3,16. Als der bessere Gräzist setzt Lukas bei dem instrumentalen, lokalen húdati kein en, wohl aber bei dem folgenden, übertragenen en pneúmati hagío kai pyrí. Die Hinzufügung des „Feuers" ist nicht etwa alternativ zu verstehen (als verurteilendes Gericht; es steht nicht ‚oder'), sondern meint soviel wie ‚mit dem Feuer des Geistes' (vgl. Apg 2,3).
Daß dies - analog zu dem Tauchbad des Johannes - auch (aber nicht nur) eine reinigende Funktion hat (Sündenvergebung, Läuterung), wird in dem in V 17 folgenden, anderen Bild vom Weizen und der Spreu in diakatharai aufgegriffen, während das ‚unlöschbare Feuer' nun die Verwerfung bezeichnet, also gerade nicht den Empfang des Geistes. Geist und Feuer werden also in V 16 als etwas vorgestellt, was man ‚ausgießen' kann (analog zu Wasser; vgl. Apg 2,17f.33; 10,45). Was meint also baptízein? Das Einfachste ist auch hier ‚benetzen, überschütten mit', und dies paßt auf ‚Wasser' und auf ‚Geist und Feuer'. Das Wort bezeichnet jedenfalls einen räumlich vorgestellten Vorgang (wenn auch im zweiten Fall im übertragenen Sinn), nicht einen terminus technicus ‚taufen', bei dem Einmaligkeit und geistliche Wirklichkeit mitgemeint wären. Vielmehr ergibt sich bei ‚mit Wasser benetzen' die Einmaligkeit aus der gemeinten Sache (der reference: Tauchbad des Johannes), bei ‚mit Geist und Feuer' aber die geistliche Dimension aus der Hinzufügung, die somit nicht zugleich schon in dem Wort enthalten ist. So ist in keinem Falle die ‚technische' Bedeutung schon im Begriff baptízein enthalten. Sowenig man jemanden ‚mit Öl tauft', sondern eben ‚salbt', so wenig kann man ihn ‚mit Wasser' oder ,Geist und Feuer' taufen, weil ja der Begriff ,taufen' bereits das Element des Wassers bzw. der geistlichen Wirklichkeit enthält (es wäre kein innerer Akkusativ), während ‚benetzen' offener ist. muß also hier im althergebrachten, räumlichen Sinn (auch mit übertragener) Bedeutung gemeint sein.
Auch wenn die Formulierung Johannes des Täufers von einer einmaligen Symbolhandlung ausgeht (Tauchbad im Jordan), ist also die Übertragung dieses Bildes nicht auf eine einmalige Handlung des Messias eingeengt (etwa auf die christliche Taufe oder auf das Ereignis am Pfingstfest), sondern offen für wiederholte und vielfältige Mitteilungen des Geistes. Der eigentliche Gegensatz ist ja: ‚Ich vollziehe an euch eine körperliche Symbolhandlung, er aber wird in einer unmittelbaren Weise euch mit seinem (unsichtbaren) Geist ‚überschütten'. Dazu paßt nicht, daß der Täufer dabei gleichzeitig an eine Zeichenhandlung gedacht habe. So bleibt die biblische Aussage vom ‚mit Geist Benetzen' immer offen für das gesamte Wirken Jesu, besonders des erhöhten Herrn, insofern er uns mit Geist versorgt. Daß Lukas es in Apg 1,5 und 11,16 auf ein je konkretes Ereignis bezieht (Pfingsten, Kornelius), besagt lediglich, daß dies herausragende Momente sind, in denen sich jene allgemeine Verheißung realisiert. Das darf jedoch nicht dazu verleiten, die besonderen Details jener Ereignisse nun auf alle Geistmitteilungen auszudehnen oder umgekehrt den Begriff ‚mit Geist benetzen/ taufen' so einzuengen, daß er nur auf punktuelle Vorgänge, nur einmalig oder gar nur auf ‚einschneidende Erlebnisse' anwendbar sei.
Alle drei Synoptiker gebrauchen daneben das Passiv auch im Sinne von ‚zugrundegehen, ruiniert werden' (Mt 20,22f; Mk 10,38f; Lk 12,50; ebenso 1 Kor 15,29), in Mk 7,4 und Lk 11,38 auch im einfachen Sinn des Waschens. Sie kennen und verwenden also ein breiteres Bedeutungsspektrum dieses Wortes.
Andererseits entwickelt sich das griechische báptisma bald zu einem christlichen Terminus. Ausgehend von der Bedeutung ,Tauchbad' meint es bald auch das durch dieses Zeichen versinnbildlichte Heilshandeln Gottes (Sündenvergebung, Eingliederung in Christus, Mitteilung neuen Lebens). Doch bleibt in Röm 6,3f; Gal 3,27 und 1 Kor 12,13 baptízein eis noch bei dem (übertragen).
Dabei ist der Heilige Geist sowohl Handelnder als auch Inhalt, da mit dem neuen Leben in Gott, das er in dem Tauchbad bewirkt, die Einwohnung des Dreifaltigen Gottes, also auch des Heiligen Geistes geschenkt wird (trinitarische ‚Tauf'-Formel). Dies ist jedoch zu unterscheiden von der spezifischen „Gabe des Geistes", die normalerweise durch die Handauflegung, später auch durch die Salbung, vermittelt wird.
Beide Vorgänge, Tauchbad und Handauflegung, gehören zusammen (= Initiation), aber sind nicht austauschbar, und die durch sie bezeichneten Geschenke Gottes sind nicht identisch. Das biblische Mit-Geist-Benetzen /Taufen wird in der Schrift interessanterweise nie auf diese beiden Zeichenhandlungen angewandt und auch in der Tradition bis in die Neuzeit nicht auf diese (beiden) sakramentalen Vorgänge eingeengt. Es besagt eben das umfassende souveräne Schenken des Geistes Gottes.
Wenn die beiden Zeichenhandlungen später im Westen zeitlich auseinandergezogen werden, so entspricht die Verlegung des zweiten Teiles der Initiation (Firmung) auf ein späteres Alter der Tatsache, daß anfangs (vor allem oder nur) Menschen eingegliedert wurden, die den Glauben bewußt bekennen konnten (Erwachsenen- oder Gläubigentaufe). Die Praxis der Ostkirche hingegen, welche den neugetauften Kindern sofort auch die „Salbung" (griechisch: chrisma) spendet, betont die Zusammengehörigkeit beider Schritte.
Neben dem objektiven ‚den Geist Empfangen' spricht die Bibel oft von ‚Erfüllt-Werden', worin die subjektive Seite stärker anklingt; sie wird häufig durch weitere Schilderungen im Kontext verstärkt (z.B. bekleidet, gestärkt, ergriffen werden) - was wir heute mit „Geist-Erfahrung" stärker abheben. Der Geistempfang kann sich zudem bei den einzelnen Personen sehr verschieden auswirken. Obwohl alle Betroffenen den Geist empfangen, so erfahren doch nicht alle das gleiche. Und „Erfahrungen" sind nie normativ.
Auch die in heutiger Terminologie sogenannten „Charismen", die zuweilen beim Geistempfang durch Handauflegung manifest wurden (nicht beim Tauchbad, Apg 10,46; 19,6), sind je individuelle Geschenke; sie sind ,positiv', nicht ,exklusiv' oder ,normativ' erwähnt. Keineswegs alle empfingen das Sprachengebet. Warum hört man sonst so gut wie nichts davon - nicht einmal von den „dreitausend" an Pfingsten? Selbst in Korinth, wo dies häufiger auftrat, betont Paulus ausdrücklich, daß „nicht alle in Sprachen beten" (1 Kor 12,28). Muß das Bild von der Urkirche, das so mancher hat, nicht doch noch einmal kritisch überprüft werden?
So ist zu unterscheiden:
- Was gehört zur Disposition bei der Erwachseneneingliederung?
- Was gehört zum Wesen der Zeichenhandlung?
- Welche Erfahrungsdimension ist dem zugeordnet?
- Welche Befähigungen (Zu-Gaben) sind (notwendig oder gelegentlich) damit verbunden?
TAUFE UND GEIST-ERFAHRUNG IN DER GESCHICHTE
In der Urkirche haben gewiß alle, die Christen wurden, den Heiligen Geist empfangen, aber das heißt nicht, daß dabei alle die gleiche Erfahrung machten (etwa eine bei allen identische „Grunderfahrung" oder eine „Durchbruchserfahrung") oder daß alle „offensichtliche Charismen" empfingen. Bei der Erfüllung mit dem Geist werden gelegentlich Sprachengebet und Prophetie erwähnt, und zwar als etwas Auffallendes und Besonderes, nie aber andere „Geschenke", etwa weitere aus der Liste von 1 Kor 12,8-10. Machttaten und Heilungen z.B. werden im Gegenteil nur von den Aposteln und einigen herausragenden, reifen Personen berichtet.
Das ändert sich nicht in den nächsten Jahrhunderten, und die Geistmanifestationen werden auch nicht etwa irgendwann einmal mit dem Tauchbad assoziiert, wie McDonnell meint. Tertullian z.B. lehrt nicht etwa, daß jeder Täufling bei der Initiation oder nach dem Tauchbad um „prophetische Charismen" (im heutigen Sinn des Wortes) bitten solle, sondern der entscheidende Satz, DeBapt 20,5, ist eine Aufforderung an die Katechumenen, bereits vor der Taufe zu beten, daß dann, „wenn sie aus dem Taufbad herausteigen und zum ersten Mal bei der Mutter zusammen mit den Brüdern die Hände öffnen, peculia gratiae distributiones charismatum subiacere - als jeweiliges Handgeld Zuteilungen von Geschenken der Gnade darin liegen". Dies sind je individuell zugeteilte Zugaben, über die in dem Tauchbad hinaus geschenkte Einwohnung des dreifaltigen Gottes hinaus, welche ja in dem sakramentalen Zeichen zugesagt ist.
Doch wie der Kontext zeigt: es sind Gnaden, als Hilfen gegen Versuchungen, nicht „Manifestationen". Auf keinen Fall wird also hier ein „prophetisches Charisma" (im heutigen Sinne des Wortes) als „normativ" empfunden, und es ist auch nicht gesagt, daß man diese Geschenke unmittelbar nach dem Taufbad erbitten solle. Die Aussage ist lediglich, daß die Getauften nach der Aufnahme als „Brüder" in der Familie (,Schwestern' erwähnt Tertullian leider nicht, aber er impliziert sie) damit rechnen und jetzt schon darum bitten mögen, daß sie dann spezielle Hilfen für ihre neue Lebensführung bekommen (keine Spur von ‚zum Dienst für andere').
Ein zweites Beispiel: Wenn Origenes, InJoan VI 33, sagt, to dià tou hy'datos loutròn ... estìn he charismáton theíon archè kaì pegé, dann heißt das nicht, daß Origenes „die Taufe (in sich selbst) als das Prinzip und die Quelle der göttlichen Charismen" verstehe (McDonnell), als ob dieses Sakrament der Ursprung aller Begabungen, gewöhnlichen und außergewöhnlichen, besonders solcher zum Dienst am Heil anderer sei, also aller Prophetien, Sprachengebete und Wunderkräfte. Thema ist dort das Verhältnis von äußerem Zeichen und innerer Gnade, wie wir heute sagen. Also: Das schlichte Tauchbad als äußeres Zeichen - loutrón -, nicht das Taufsakrament als ganzes, ist „Ursprung und Quelle von göttlichen Geschenken", also von Gaben, die in ihrem Wert weit über den irdischen Zeichen liegen, da sie göttlicher Natur sind. Das meint zuerst die heiligmachende Gnade, die göttlichen Tugenden und alles, was das Tauchbad vermittelt; nach unserem Sprachgebrauch die ‚Taufgnaden'. Das griechische Wort chárisma ist hier in dem damals üblichen weiten Sinne von ‚Geschenk' gebraucht und assoziiert in keiner Weise „Manifestationen des Geistes".
Vielmehr ist der Satz ein Ausdruck des Staunens, daß so geringe äußere Zeichen so Großes vermitteln. Und der Genitiv charismáton steht ohne Artikel! Also nicht: ,die Taufe ist der Ursprung der göttlichen Charismen', sondern ‚das Bad ist die Quelle von göttlichen Gnaden' - nämlich von denen, die durch das Bad gegeben werden. Erst beides zusammen ist dann die ,Taufe'. Es geht also gerade nicht darum, was eventuell nach der Taufe geschieht oder was weiterhin aus dem Taufsakrament erwachsen könnte. Aus dem Text ergibt sich also weder, daß alle Geistmanifestationen durch die Taufe vermittelt würden, noch daß alle späteren Geistmanifestationen auf die Taufe zurückzuführen seien, sozusagen als deren Entfaltung (auch wenn jene normalerweise das Taufbad voraussetzen; vgl. aber Apg 10,47).
Wenn drittens Cyrill von Jerusalem in seiner Katechese 17,37 den Wunsch ausspricht, Gott möge den Täuflingen „gewähren, eines prophetischen Geschenkes würdig zu sein" (charísmatos ohne Artikel), so macht er damit nicht etwa „prophetische Charismen" zur Norm im Empfang des Taufsakraments, sondern sagt lediglich, daß irgendwann einmal später der eine oder andere von denen, die jetzt Katechumenen sind, ein solches Geschenk empfangen könne und daß man dafür offen sein solle.
Aber jene (spätere) Prophetie ist nicht etwa durch die Taufe vermittelt und gehört erst recht nicht zu deren Wesen, sondern wäre ein freies Geschenk, für das die Taufe eine Voraussetzung schafft.
DAS SUBSTANTIV 'GEISTTAUFE' IN DER NEUZEIT
Die substantivische Bildung „Taufe des Geistes" taucht zwar seit Origenes vereinzelt auf, dient jedoch stets nur zur Bezeichnung der mit der Handauflegung/ Salbung (also sakramental) gegebenen Mitteilung des Geistes, nicht zur Hervorhebung eines Erlebnischarakters. Erst in der Neuzeit wird das Substantiv ‚Geisttaufe' als Erfahrungsbegriff verwendet. Es assoziiert (durch ‚Taufe') nun zugleich stets den inzwischen entwickelten Sakramentsbegriff und infolgedessen ein punktuelles Ereignis, das zudem nur einmal im Leben stattfindet. Das verleitet zu verschiedenartigen Interpretationen. Dabei werden drei Elemente fast immer mitgedacht: Einmaliges (oft: herausragendes) Geschehen, Anfangs-Geschehen und eine starke existenzielle Erfahrung. Es wird angewandt, wo Menschen eine Art Initialzündung des Geistes erleben.
Im 18. und 19. Jahrhundert entsteht die Frage, ob dieser Begriff für die Wiedergeburt, für eine besondere Vertiefung im Leben des Geistes ("zweiter Segen", „zweite Bekehrung"), für eine (erstmalige oder neuartige) „Erfüllung" mit dem Geist oder für eine herausragende Sendung zu einem bestimmten Dienst stehe. Auf die „Taufe" wird er zunächst nicht bezogen.
Im pfingstlich-charismatischen Aufbruch des 20. Jahrhunderts wurde ‚Geisttaufe' zur Bezeichnung einer Erfüllung mit dem Geist gebraucht, die in der Regel mit Sprachengebet verbunden war und zugleich eine Art Initialzündung für eine neue Art des Lebens im Geist mit weiteren auffallenden Charismen bildete. ‚Geisttaufe' wird damit zu einem Begriff für eine Durchbruchserfahrung ("Eingetaucht-werden"), die zu einer „charismatischen" Frömmigkeit führt.
Damit ist der substantivische Begriff auf eine Art von Geist-Erfüllung festgelegt. Im Zuge des neopentekostalen, „Charismatischen" Aufbruchs in den großen Kirchen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird die Frage virulent, wie sich diese „persönliche Pfingst-Erfahrung" zu Taufe (und Firmung) verhält: Ist sie primär ein Wiederaufleben, eine Freisetzung der Tauf- (Firm-)Gnade oder ist sie, ohne die Voraussetzung von Taufe und Firmung zu leugnen, eine neue Sendung des Geistes?
Kurz: Ist dieser Einbruch des Geistes eine Erfahrung sakramentaler oder charismatischer Gnade? Ist sie Tauf- (Firm-)Erneuerung (Entfaltung der in diesen Sakramenten allen zugeteilter Gnade), oder charismatische Geist-Erfahrung, also etwas, das der Geist - einigen oder vielen - zuteilt, wie er will, und zwar sowohl in der Art der Geist-Erfüllung wie der jeweiligen Charismen? Wichtig ist nur, daß jeder sich öffnet und das auch annimmt, was ihm von Gott angeboten wird.
UNIVERSALES HEILSANGEBOT UND ERWÄHLUNG
Begrifflich ist heute klar zu unterscheiden zwischen Sakrament und Charisma (LG 12). Die Grundsakramente sind ein allgemeines Heilsangebot und insofern ‚normativ', „Charisma" hingegen meint heute eine je individuell zugeteilte Befähigung, und „charismatisch" steht für das ‚unverfügte' Wirken des Geistes, insofern er sowohl Geist-Erfahrung wie Geist-Befähigungen „zuteilt, wie er will". Solche sind also nicht normativ; es gilt nur, daß jedem Getauften irgendwelche individuell zugeteilte Zu-Gaben zur Sakramentsgnade (Charismen im weiten Sinn des Wortes) zugedacht sind.
'Auffallende' oder ‚prophetische' Charismen hingegen gehören nicht zum universalen Grundbestand jeden christlichen Lebens und sind erst recht nicht normativ mit den Initiationssakramenten verbunden. Abgesehen von der allen zugedachten je persönlichen Berufung zur Heiligkeit und den je individuellen (schlichteren) Begabungen (als Zu-Gaben), ist mit Taufe und Firmung keine konkrete Erfordernis von Manifestationen verbunden. Wenn solche aufbrechen, sind sie nicht eine „Freisetzung" der Tauf- oder Firmgnade. Sie wurden stets als Ausnahmen angesehen; wenn sie heute sehr breit gestreut und insofern in der Kirche ‚normal' (geworden) sind, haben sie doch keinen normativen Charakter, als ob jeder Christ solche haben müßte, um in vollem Sinne Christ zu sein.
Es wäre ja auch merkwürdig, daß, nachdem Jahrhunderte hindurch bei der Firmung die Geistmitteilung nur selten existenziell erfahren wurde, nun plötzlich eine Durchbruchserfahrung als normativer Vollzug ,wiederentdeckt' worden wäre (und zwar bei einer „Erneuerung", gewöhnlich nicht bei einer Spendung von Taufe oder Firmung). „Geisttaufe" ist in diesem weiten Ausmaß vielmehr eine konkrete Gnade heute - von der niemand sagen kann, wie lange sie so andauern wird. Man muß also auch die innere Wachstumsdynamik der Charismatischen Erneuerung beachten. Nicht immer ist eine Geist-Erfahrung, die sich mit der Zeit verändert, oder ein Zurücktreten bestimmter Manifestationen ein Zeichen von Verflachung. Es ist darum sehr fragwürdig, wenn die Echtheit nur daran gemessen wird, ob es (immer noch oder wieder) so ist „wie am Anfang" (vgl. Eph 4,13-16).
Geistliche Erfahrung ist als solche eine Grundkategorie christlichen Lebens; als persönlich bewußt gelebte Beziehung zu Gott enthält dieses Leben ja immer auch ein Element der Wahrnehmung der Wirklichkeit Gottes im Heiligen Geist (Glaubenserfahrung); denn der Glaube ist eine Antwort darauf. Auf der breiten Skala von geistlichen Erfahrungen sind nun zumindest die beiden Endpunkte unterscheidbar: schlichte und auffallende, verhaltene und einschneidende Erfahrungen - von denen jedoch keine „normativ" ist.
Je nach dem Inhalt oder dem Hauptakzent kann man Gottes-Erfahrung, Christus-Begegnung und Geist-Erfahrung im engeren Sinn einigermaßen unterscheiden. Auch wenn die Grenzen fließend sein mögen, hat doch jede der göttlichen Personen eine ihr eigentümliche Art (z.B. Größe, Weite und Erhabenheit für den Vater - Wort, Gegenüber für den Sohn - Berührung, Erfüllung o.ä. für den Heiligen Geist).
Was im Anfang des 20. Jahrhunderts mit „Geisttaufe" gemeint war, ist eine einschneidende Geist-Erfahrung, die sich einerseits von anders gearteten einschneidenden Geist-Erfahrungen, etwa in der Mystik oder vieler anderer Heiliger, unterscheidet, andererseits aber auch von schlichten, alltäglichen geistlichen Erfahrungen. Ihre Spezifika sind in etwa: tiefe Berührung durch den Heiligen Geist; vertiefte lebendige Beziehung zu den drei göttlichen Personen; starke lebensverändernde Wirkung; Liebe zum Gebet und zur heiligen Schrift; eine stark leibhafte Komponente mit entsprechenden Ausdrucksformen; ein Impuls zu lautem freiem Gebet, auch in Gemeinschaft; besondere Geistmanifestationen, in der Regel das Sprachengebet. Das Spezifische liegt in dieser Kombination.
Menschen mit Erfahrungen einer solchen „Geist-Taufe" bilden in der Regel den Kern pfingstlicher und „charismatischer" Gruppen; aber dort finden sich auch viele, die nicht einen solchen Durchbruch erlebt haben, die sich aber dennoch mit ihren geistlichen Erfahrungen in der charismatisch geprägten Spiritualität wiederfinden und diese mitvollziehen können.
Da der Begriff ‚Geisttaufe' im 20. Jh. zunächst diese pfingstlich-charismatische Durchbruchserfahrung bezeichnete und weithin bis heute so verstanden wird, sollte man den Begriff dort belassen und ihn nicht ausweiten auf andere Arten geistlicher Erfahrung, und schon gar nicht auf Taufe und Firmung. Erneuerung des Taufversprechens und Verlebendigung der Taufgnade kann eine gute Voraussetzung sein, um sich dem
weiteren Wirken des Geistes zu öffnen, aber sie ist nicht eo ipso ‚Geisttaufe'.
Somit ist „Geisttaufe" ein Spezialbegriff, der eine bestimmte Spiritualität in der Christenheit kennzeichnet, die heute besonders ausgeprägt ist. Die so verstandene Geisttaufe kann nicht zur Norm für alle gemacht werden.
Geisttaufe ist also nicht einlinig der Höhepunkt oder die Vollform von Geist-Erfahrung, sondern ist eine unter anderen einschneidenden Weisen einer Geist-Erfahrung, die immer der Geist zuteilt, wie er will.
Begrifflich kann man also unterscheiden:
1) Geist-Empfang (er ist universal, im Sakrament oder außerhalb)
2) /Geistliche Erfahrung (sie ist universal, jedem Menschen zugedacht)
3) /Geist-Erfahrung (im Unterschied zu Gottes-Erf., Christus-Begegnung)
4) /Erfüllung mit dem Geist (dafür sollte jeder offen sein)
5) verschiedene Formen von Geist-Erfüllung, z.B.:
Mystische Erfahrung Geisttaufe andere: z.B. Serafim v. Sarov,
(unio mystica) (Sprachengebet) Ignatius v.L. am Cardoner
Der obere Begriff (1) ist der weiteste; er schließt alle jeweils folgenden Begriffe ein. Die Reihenfolge ist nicht umkehrbar, so daß keine Umkehrschlüsse möglich sind. Also: jede Geisttaufe ist Erfüllung mit dem Geist und Geistempfang, aber nicht jeder Geist-Empfang ist eine Geist-Erfüllung und nicht jede Geist-Erfüllung ist eine Geisttaufe.
Die Parallele zu Mystik und zu Serafim v. Sarov etc. besagt nur, daß es eine andere Art von Geist-Erfüllung ist; das ist keine wertende Gleichstellung. Geisttaufe hat eher den Charakter einer Anfangserfahrung, insofern sie zu einem bestimmten, für den Empfänger neuen Status des Lebens im Geist führt, besagt aber nichts über die Reife des Empfängers.
Die so verstandene Geisttaufe kann an allen Punkten christlichen Lebens geschenkt werden, am Anfang einer Bekehrung oder nach deren Vollzug, als Wachstumsstufe, als weitere Vertiefung eines geistlichen Weges, an dessen reifem Höhepunkt oder auch als Berufung zu einem speziellen Dienst. Sie ist also nicht immer eine „Vollform", auch wenn sie in der Geschichte des Einzelnen einen Höhepunkt darstellen mag.
Als eine Gnadenerfahrung, die quer durch alle Konfessionen geht, hat sie eine eminent ökumenische Dimension und soll dazu helfen, daß Christen im Geist zusammenfinden - eine Chance, die auch kirchliche Auswirkungen hat.
Menschen, welche in diesem Sinne ,Geisttaufe' erfahren haben, sind deshalb nicht ‚besser' als andere, sondern haben eine spezifische Berufung, die neben anderen spezifischen Berufungen in der Kirche steht (Prinzip der Erwählung); und jeder wird nach seinem Maß und entsprechenden Früchten gemessen. Es ist darum abwegig, verschiedene Berufungen oder geistliche Wege miteinander vergleichen zu wollen (vgl. 1 Kor 12,14-26); wohl aber muß jeder sich fragen, ob er einen Anruf des Geistes, der ihn weiterführen wollte, aufgenommen oder überhört hat.
Die Botschaft des pfingstlich-charismatischen Aufbruchs in die Christenheit und in die Menschheit hinein ist, aufgrund des neuartigen Wirkens des Geistes, welches die Betreffenden erfahren haben, alle Christen und alle Menschen zu ermutigen, sich dem Geist Gottes zu öffnen, damit er in jedem Leben auf seine Weise und nach seiner Wahl in Fülle wirken kann.
Das bedeutet zunächst und vor allem die Verkündigung und Bezeugung der an alle Menschen gerichteten Heilsbotschaft des Evangeliums und die Hinführung zu Christus als dem Herrn und Retter. Dazu gehört auch die Eingliederung in den Leib Christi und somit eine kirchliche Dimension.
Menschen, welche diese ‚Geisttaufe' erfahren haben, sind also, wie alle Christen, beauftragt zu Evangelisation durch Verkündigung des Kerygmas und Zeugnis; zu letzterem kann auch das (unter der Führung des Geistes gegebene) Zeugnis von ihrer Geisttaufe gehören, wodurch sie andere Menschen einladen können, sich dem Geist neu oder mehr zu öffnen.
Aber wenn sie gegebenenfalls mit anderen um den Heiligen Geist beten, sollten sie sich nicht so verhalten, als ob die ‚Geisttaufe' (im oben beschriebenen Sinn) die einzige und universale Form des ,vollen' Geistwirkens sei. Dankbarkeit für das, was Gott an ihnen getan hat und Ehrfurcht vor dem, was er in anderen tut und tun will, sollte sie vor Aufdringlichkeit bewahren und sie zu einer Freiheit der Kinder Gottes führen, in der sie ohne Überheblichkeit und ohne Murren in geistlicher Freude anderen das Geistgeschenk und die Charismen, die Gott ihnen anvertraut hat, „servieren" (1 Petr 4,10).
Konkret um die Geisttaufe (mit Sprachengebet) beten soll man nur im Hören auf die je konkrete Führung Gottes und in der Regel nicht ohne Zustimmung des Betreffenden. Oft wird man in der allgemeinen Form „um den Heiligen Geist" beten oder auch um „Erfüllung mit dem Geist" und dabei eine weitere Spezifizierung offenlassen. In der Praxis mögen viele dies nicht immer klar unterscheiden; man wird dann auf die Intention schauen, ob jemand Gott sozusagen festlegen will oder die Erfüllung der Bitte wirklich ihm überläßt. Wenn man aufrichtig um die ‚Geisttaufe' gebetet hat und diese anscheinend nicht gegeben wird, dann wird man auch das in Freiheit in Gottes Hand zurücklegen, ohne sich oder den Betreffenden unter einen Druck zu setzen. Man sollte aber nicht jedes Wirken des Geistes, das jemand nach einem solchen Gebet erfährt, schon mit Geisttaufe bezeichnen, sondern nur eine Durchbruchserfahrung, die zu Sprachengebet hin zumindest offen ist. Hiermit sollen dem, was lebendig geschieht, nicht starre Kategorien aufgezwungen werden; es bedarf jedoch einer angemessenen Sprache, auch um sich klar verständigen zu können.
Beobachten wir in den Kirchen vielfach ein Auseinanderklaffen von Sakrament und geistlichem Vollzug, so wird in der Geisttaufe eine neue Ganzheitlichkeit geschenkt, ohne daß Sakrament und charismatisches Leben nun identisch würden. Der Zugang zu dieser charismatischen Dimension wird oft ausgelöst durch charismatische Persönlichkeiten und eine entsprechende Disposition. Dabei ist zu beachten, daß in Freikirchen, in denen das sakramentale Zeichen fehlt oder schwach entwickelt ist, das Charismatische oft dessen Funktion bis zu einem gewissen Grad mit übernimmt. Andererseits müssen wir uns in den traditionsgeprägten Kirchen vor einer Erstarrung in einem Ritualismus und Sakramentalismus hüten, auch wenn Liturgie und Sakrament einen festen Rahmen bieten, der vor falschem Erlebnishunger oder auch geistlichem Aktivismus schützt.
DIE GRUNDSPANNUNG IN DREI BEGRIFFSPAAREN
Das hiermit angesprochene Spannungsfeld läßt sich abschließend in drei Gegensatzpaaren charakterisieren:
- Amt und Prophetie als Grundstruktur der Kirche;
- zwei konvergierende Linien im 20. Jahrhundert;
- Glaube und Erfahrung.
Die Grundstruktur der Kirche wird gewöhnlich vom apostolischen Amt her gesehen. Katholisch gesprochen: die in der apostolischen Sukzession stehenden Ortsbischöfe mit ihrem Klerus und den von ihnen getragenen Werken bilden sozusagen das Rückgrat der Kirche, sind das grundlegende Strukturelement (s.u. das Schema I). Dabei könnte man sich auf Mt 16,18 und 18,18 berufen.
Nach Eph 2,20-22 aber sind in dem „Haus Gottes im Geist", dessen „Eckstein Christus ist", die Gläubigen „aufgebaut auf dem Fundament der Apostel und Propheten" - wobei hier nicht die Propheten des Alten, sondern des Neuen Testaments gemeint sind. Und wie dieses Fundament eine permanente Funktion hat, die „Apostel" also (in dem „Amt" der Bischöfe als einem lebendigen Fundament) fortdauern, so auch die „Propheten"; diese gehören auch zum ständigen „Fundament" und sind ebenso wie die Apostel „Strukturelemente" der Gemeinschaft der Gläubigen. Wo aber ist das in der Kirchenverfassung verankert? Da man die prophetische Funktion nicht wie die Ordination von Hand zu Hand weitergeben kann, sondern der Geist sie je neu erweckt, muß die Kirche stets Ausschau halten, wo Gott ihr jeweils Propheten sendet. Und es ist nicht in das Belieben der Amtsträger gestellt, Propheten zu beachten oder nicht, sondern sie können ihr Amt nur richtig ausüben, wenn sie mit jenen im Dialog stehen und wenn beide gemeinsam auf Gott hören. Propheten gehören aber ebenso zum „Fundament" wie die Amtsträger. In beiden wirkt derselbe Heilige Geist, und beide üben ihren Dienst nur richtig aus, wenn sie „hören, was der Geist den Gemeinden sagt". Dann ist das „Schema" (II) entsprechend differenzierter:
Man könnte versucht sein, zu sagen, das Amt stelle die christologische Linie dar und die Propheten die pneumatologische Linie. Doch so einfach ist es nicht. Wie Jesus „vom Heiligen Geist empfangen" wurde, ist auch das (christologische) Amt im Heiligen Geist gestiftet und wird seit Pfingsten vom Geist getragen. Andererseits werden die Propheten (der pneumatologische Dienst im engeren Sinn) von dem Geist erweckt, der seit Pfingsten vom Vater her von Jesus seiner Kirche gesendet wird (Apg 2,33.38). So ist die Reihenfolge des Handelns nun umgekehrt; aber immer sind beide göttlichen Personen beteiligt - und beide gesandt vom Vater. Die Kirchenväter sagen darum, Jesus und der Heilige Geist seien die „beiden Hände" des Vaters. Die Frage ist nur, ob die Christen immer beide Hände ergreifen!
Charismatisch-prophetische Persönlichkeiten können überall von Gott gerufen werden, auch außerhalb der Kirche, aber stets (auch) mit einem Auftrag für die Kirche und an die Kirche. Sie können als Einzelne gerufen sein oder auch in Gemeinschaften, etwa in charismatisch-prophetischen Bewegungen. Es kann sein, daß sie weite Kreise ziehen, so daß Menschen innerhalb und außerhalb der Kirche von diesen „Sendern" getroffen werden. Die angesprochenen Menschen stehen ihrerseits also unter einem vielfältigen Anruf prophetischer Impulse und müssen für sich erkennen, was ihnen Gott dadurch zeigen will. In besonderer Weise sind die Amtsträger auf die prophetischen Impulse verwiesen, wie umgekehrt die Propheten auf die Amtsträger. Nur gemeinsam können sie die Fundamentsfunktion richtig ausüben.
Prophetische Impulse können mehr auf ein einzelnes Thema oder Gebiet beschränkt sein und insofern mehr am Rande liegen oder stärker im Zentrum stehen und dann u.U. von recht umfassender Bedeutung sein. So darf man wohl sagen, daß der pfingstlich-charismatische Aufbruch in der Christenheit heute eine sehr tiefe und weitreichende Bedeutung hat und insofern eher zentral ist, nicht nur, was die Verbreitung betrifft, sondern vor allem in seinem Auftrag: das ganze Leben von einer frischen Erfahrung des Geistes her zu gestalten. Geprägt ist dieser Aufbruch von Menschen, welche die Geisttaufe im oben beschriebenen engeren Sinn erfahren haben.
Ist die Charismatische Erneuerung also eine Bewegung? An diesem Punkt wird heftig diskutiert. Will man sagen, daß sie dazu bestimmt ist, in der Kirche aufzugehen, ähnlich wie die Liturgische Bewegung, so liegt darin der richtige Gedanke, daß sie nicht eine Kirche in der Kirche sein, sondern zur Belebung des Ganzen beitragen soll und will. Aber um ihren Impuls einbringen zu können, braucht sie doch eine Eigenprägung, zumal ein Aufgehen in der Kirche nicht bedeuten kann, daß damit das Spezifische der Geisttaufe verflacht und nivelliert wird, aber auch nicht, daß sie zur Norm für alle gemacht wird. Insofern hat sie doch eine eigengeprägte Spiritualität und ist nicht einfach ,die' Spiritualität ,der' Kirche. Das Wirken des Heiligen Geistes ist selbstverständlich viel weiter.
Dies läßt sich auch an zwei historischen Linien klarmachen. Ist es ein Zufall, daß am Beginn des 20. Jahrhunderts, am gleichen 1.1.1901, nicht nur in Topeka die Geistaufe mit dem Sprachengebet aufbrach, die sich dann in wachsendem Maße bis zum Ende des Jahrhunderts ausbreitete, sondern - was viele nicht wissen - am gleichen Tag Papst Leo XIII. den Hymnus zum Heiligen Geist im Namen der ganzen Kirche betete? Dies tat er in Aufnahme eines prophetischen Impulses, den die inzwischen seliggesprochene Elene Guerra, Gründerin der „Schwestern vom Heiligen Geist" in Lucca, ihm mehrfach unterbreitet hatte. Bereits 1895 hatte er auf ihre Anregung hin ein Apostolisches Schreiben und 1897 eine Enzyklika verfaßt, worin er zur Verehrung des Heiligen Geistes aufrief und die neun Tage vor Pfingsten als Novene des Gebetes um den Heiligen Geist empfahl: um Erneuerung der Kirche, Wiedervereinigung der Christenheit, Erneuerung der Gesellschaft und um eine „Erneuerung des Angesichts der Erde". Diese Anregung wurde mehr und mehr aufgegriffen, im Zuge der Liturgischen und Ökumenischen Bewegung die Pfingstnovene ökumenisch gehalten, die Theologie des Heiligen Geistes allmählich mehr beachtet, bis schließlich Johannes XXIII. am Beginn des Konzils voll Vertrauen um ein „neues Pfingsten" betete und alle einlud, sich dem anzuschließen.
Im Bild gesprochen: Mit jenem Aufruf Leo XIII. begann langsam und stetig eine Neubesinnung auf die Person des Heiligen Geistes, wie wenn das Grundwasser allmählich steigt, während die Geisttaufe und die daraus erwachsende Pfingstbewegung wie ein frischer Springbrunnen sprudelte und eine dürre Oberfläche bewässerte. Heute, nach 100 Jahren, sehen wir, wie diese beiden Strömungen zusammenkommen und sich gegenseitig ergänzen und verstärken. Dies wird symbolhaft deutlich in den Worten Johannes Paul II. bei dem Treffen von 400 000 Mitgliedern geistlicher Bewegungen an der Pfingstvigil 1998 in Rom: „Wir könnten sagen: was in Jerusalem vor 2000 Jahren geschah, wird an diesem Abend erneuert auf diesem Platz. Wie die Apostel damals, so finden wir uns ebenfalls in einem großen Obergemach beisammen, voll Verlangen um die Ausgießung des Geistes bittend." Hier wird um die allen verheißene „Erfüllung" mit dem Geist gebetet, ohne daß der Begriff ‚Geisttaufe' fällt. Die Mitglieder der Charismatischen Erneuerung konnten dieses Gebet für sich durchaus im Sinne einer Bitte um die Geisttaufe vollziehen, während andere es in einem allgemeineren, offeneren Sinn beteten - jeder um das, was Gott ihm zugedacht hat. Das Allgemeine bildet die Basis auch für das Spezifische, macht letzteres aber nicht zur Norm für alle, sondern jenes ist eingebettet in das, was allen gemeinsam ist. In diesem Falle waren Vertreter von geistlichen Bewegungen, von denen manche als prophetische Impulse bezeichnet werden können, beisammen, die sich aber ihrerseits selbstverständlich alle in verschiedener Weise ihren Ortskirchen mit ihren Bischöfen zugehörig wußten. So treffen sich immer wieder viele Impulse, die aus dem steigenden Grundwasser, und andere, die wie aus einem Springbrunnen aufbrechen. In beidem wirkt derselbe Heilige Geist, der seine Kirche erneuert, oder wie Johannes Paul II. an jenem Abend sagte: „Die institutionellen und charismatischen Aspekte sind, wie damals, gleich wesentlich ("co-essential") für die Konstitution der Kirche."
Was drittens die Geschichte christlicher Spiritualität betrifft, so liegt das gegenwärtige Geschenk der ‚Geisttaufe' in einer Entwicklungslinie, die auch sonst zu beobachten ist: Waren die letzten Jahrhunderte stark vom Begriff ‚Glauben' geprägt, und zwar im Sinne des ‚Nicht-Wissens', mit einer großen Skepsis gegen alle geistliche Erfahrung, spricht man heute in der Theologie wieder von ‚Glaubens-Erfahrung' und führt damit beide Begriffe zusammen. Biblisch besagt ja „glauben" soviel wie ‚etwas, das nicht mit den Sinnen, sondern nur im Heiligen Geist erkennbar ist, wahrnehmen, annehmen und sich darauf verlassen.' Im Geist ist es also zu erkennen, zu sehen, zu schmecken etc., und dies fordert dann auch das im Glauben gründende Wissen. So liegt Geisttaufe, wie Charisma, in der Linie einer gegenwärtigen gesamtkirchlichen Dynamik.
Die geistliche Wahrnehmung aber ist nicht primär Vorgeschmack eines künftigen Zustandes (schon realisierte ‚Eschatologie'); sie ist zunächst von der Auferstehung Christi und der schon geschehenen Geistsendung her zu interpretieren: Wir leben nicht von der Vorwegnahme unserer künftigen Auferstehung, sondern in der Teilnahme an der Auferstehung dessen, der als der Erhöhte allezeit mit uns ist (Mt 28,20), - ohne den Umweg über die (künftige) „Eschatologie" nehmen zu müssen. So hat nach Paulus mit Glauben und Taufe die Auferstehung bereits in uns begonnen; sie soll weiter wachsen und wird schließlich vollendet am Jüngsten Tag.
Ähnlich dieser christologischen Linie verläuft die pneumatologische: der Geist ist und wird ausgegossen seit Pfingsten; alle Menschen sollen sich ganz und persönlich auf ihn einlassen, ihn erbitten und sich öffnen für die immer neuen Weisen seiner Mitteilung und seines Wirkens in dieser Welt (unverfügt und verfügt, charismatisch und sakramental), um von dieser Dynamik des Geistes hingeführt zu werden zur reifen Christusgestalt und so zur Vollendung.
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- Baumert, N., Charisma, Taufe, Geisttaufe. Band I: Entflechtung einer semantischen Verwirrung. Band II: Normativität und
persönliche Berufung. Würzburg: Echter-Verlag 2001. Band II enthält auch eine Antwort auf K.McDonnell und G.T. Montague,
Eingliederung in die Kirche und Taufe im Heiligen Geist. Münsterschwarzach: Vier-Türme-Verlag 1998. Deutsch von V. Ruf und
N. Baumert. - Das englische Original: Christian Initiation and Baptism in the Holy Spirit. Liturgical Press: Collegeville, Min./ USA
21994.
- LG = II. Vatikanisches Konzil: "Lumen Gentium" = Kirchenkonstitution.
- S. o. Anm. 1.
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