„... der alles geschaffen hat, Himmel und Erde ...“
Überlegungen zum Lied „Auf der Erde soll ich wohnen“
Text:
1. Auf der Erde soll ich wohnen, nicht mit Schwingen wie ein Adler,
nicht im Dämmern wie die Eule, nicht als Blume, die rasch welkt,
2. nicht mit Flossen unter Wasser, nicht gejagt und nicht der Jäger,
nicht mit Hufen, nicht mit Klauen, doch auf Füßen zwei,
3. um die Ferne zu erreichen, um den Horizont zu holen,
und mit Händen, die was können, fällen, räumen, säen, ernten;
4. Nase voller Lebensatem und ein Bauch voll mit Begehren,
mit dem Kopf nicht in den Wolken, doch der Sonne zugewandt,
5. um zu überschau´n die Erde, sie zu hüten wie ein Hirte,
fürsorglich wie einen Acker, sie bei ihrem Namen nennen.
6. Dass ich Mensch bin auf der Erde und nicht mehr, ein Kind von Menschen,
eins davon und eins mit allen, groß und nichtig, wehrlos, frei.
7. Um zum Segen füreinander da zu sein, den Weg zu gehen,
Weg der Liebe, wo am Ende Leben menschenwürdig ist.
(Text: Huub Oosterhuis; Musik: Tom Löwenthal; Übersetzung: Hanns Kessler)
Das Lied, das wir in der Stadtgemeinde schon oft gesungen haben und das wir heute betrachten wollen, trägt den Titel „Mensch auf Erden“. Huub Oosterhuis hat es in den 80-iger Jahren verfasst und 1990 ist es von Tom Löwenthal vertont worden. Es ist einer der Texte, die als „biblische Lieder“ aufgenommen wurden in den ins Deutsche übersetzten Band „Wort das trägt“.
Worum geht es ?
Das „Erde-Lied“ ist so etwas wie eine Zusammenfassung der biblischen Aussagen über die Erde und die Menschen, eine Anweisung (Tora), wie wir auf der Erde leben sollen und wie dies gelingen könnte. Ganz anders als bei vielen Gesängen in unserem deutschen Gotteslob wird darin nicht die Allmacht Gottes besungen, nicht sein Thronen hoch über unseren Köpfen im Himmel, aber auch nicht das irdische Jammertal, das wir durchwandern müssen und das später einmal in einem himmlischen Jenseits seine Vollendung finden wird. Sondern: Oosterhuis weist in diesem Lied wie in vielen anderen daraufhin, dass die biblischen Erzählungen über unsere Vorfahren nicht den Himmel entdeckt haben als Zielpunkt, als Zuflucht oder Belohnung all unserer Mühen oder als Strafgericht, sondern die Erde als den zentralen Ort menschlicher Bestimmung. „Die Bibel ist ein Buch voller Geschichten, die uns öffnen wollen für ein gutes und gelingendes Leben – und zwar hier auf der Erde.“ Auf dieser theologischen Grundlage basieren seine zahlreichen Liedtexte zum Themenbereich „Mensch auf Erden“: seinem Leben und Sterben, Reisen, Wohnen, Weggehen, Finden, Träumen, Liebeserfahrungen, Angst und Verzweiflung, Einsamkeit und Mühsal ...eben unsere Realität, der Boden, auf dem wir leben. Das alles nennt Oosterhuis in Anlehnung an den Mystiker Meister Eckhart aus dem 13.Jh. „ die erhabene Höhe gewöhnlicher Menschen“, die es wert ist, ernst genommen zu werden. Wer die Niederlande und seine vielen kleinen Städtchen und vor allem auch ihre herrlichen Gemälde aus den früheren Jahrhunderten kennt mit den Interieurs mit vielen großen und kleinen Details des Alltagslebens kennt, findet hierin genau jene typisch holländische Wertschätzung des alltäglichen Lebens wieder.
Auch das vorliegende Lied fächert ein ganzes Kaleidoskop von sehr irdischen und konkreten Handlungsmöglichkeiten von Menschen auf und beleuchtet damit den Hintergrund des Genesis-Textes, den wir eben gehört haben, die Schöpfungsgeschichte. Schauen wir einmal genauer hin: Im Zentrum steht ein poetisches „Ich“, das angesprochen wird und das auf das Hören des Textes antwortet: „Auf der Erde soll ich wohnen“.
Das Gedicht gliedert sich in 2 große Blöcke, bestehend aus den ersten 5 und den letzten 2 Strophen, die im Niederländischen jeweils mit den Worten „dass ich ...“ beginnen. Leider konnte dies bei der 1. Strophe nicht ganz ohne Veränderung ins Deutsche transponiert werden, Rhythmus und Vertonung setzen hier ein enges Korsett – ein Problem, mit dem wir Übersetzer uns häufig herumschlagen müssen. Aber die Übersetzung hat es
beibehalten, der Autor setzt voraus, dass dieses Ich angesprochen ist und es doch gelesen und gehört hat, dass es die Erde bewohnen soll – nicht nur auf ihr herumschweifen soll, ohne festen Grund zu finden und dass es dies auf ganz bestimmte Weise tun soll, wie die vielen folgenden erweiterten Infinitive in Str. 3, 5 u. 7 zeigen, um dieses und jenes Ziel zu erreichen.
So beginnt also die 1. Zeile damit, dass ich - Erde - bewohnen soll.
Merkwürdig! Was kann das heißen? Nicht die ganze Erde, von einem zum anderen Pol, genauso wenig, wie ich Der Mensch bin? Nein, als dieser Mensch, der ich konkret bin, soll ich einen Teil dieser Erde bewohnen.
Bewohnen: Das ist ein schönes Wort, bedeutet es doch auch: sich irgendwo zuhause fühlen, zur Ruhe kommen. Wenn wir sagen: wir wohnen zusammen – sagen wir damit auch: wir geben einander Sicherheit. Und Wohnen trägt auch in sich: auf dem Boden bleiben und nicht abheben. Einen Garten nicht in die Luft pflanzen, nicht in den Wolken säen, wenn etwas daraus werden soll.
Dass ich Erde bewohnen soll: nicht mit Schwingen wie ein Adler, nicht im Dämmern wie die Eule. Wir Menschen brauchen Licht, das Tageslicht. Unser Element ist nicht die Dunkelheit – auch wenn unser Leben uns manchmal durch dunkle Nächte hindurchführt. Die Propheten zählen unser Leben in Lebenstagen und sie gehen davon aus, dass wir dazu bestimmt sind, in vollem Licht zu stehen, aufrecht und mit voller Gewissheit.
Gewissheit? Die 6. Str. antwortet darauf: Die Gewissheit,„dass ich bin, nicht mehr und nicht weniger als ein Mensch, ein Menschenkind, eines von vielen und eins mit allen.“ Kein Gott!
„Und nicht als Blume, die rasch welkt.“ Die Erfahrung von menschlicher Schwachheit und Begrenztheit, die hier angesprochen ist, wird in der Bibel wohl gesehen und benannt: „Menschen - ihre Tage sind wie Gras, sie blühen als Blume im Feld, dann weht der Wind und sie sind verschwunden“ heißt es im Psalm 103,15-16. Aber diese für uns so kränkende, schmerzliche Realität hat nicht das letzte Wort in der Schrift. Dieser Tatsache werden andere Wahrheiten gegenübergestellt. Wir haben sie eben im Psalm 8 gesungen, dass der Mensch herrlich gemacht ist und nicht weniger wert ist als Mond und Sterne und dass der Herr ihn mit Ruhm und Ehre gekrönt und ihm Sein Werk anvertraut hat, ja, es ihm gar zu Füßen legt. So bewertet die Bibel unser Leben, nichtig, winzig, unscheinbar und doch großartig und jedes einzelne Leben bedeutsam und von Gottes Liebe getragen.
„Das Wort, in dem die Richtung uns gegeben“, singen wir in einem anderen Lied. Dieses Wort, seine Tora, hat uns die Richtung gegeben, wie wir zu einem menschenwürdigen Leben finden können. Gott hat die Verantwortung auch in unsere Hände gelegt. In den biblischen Worten über die Liebe für den Menschen, der uns nah ist, mit dem ich lebe, der unverhofft an meiner Tür steht - in dem Wort über den Fremden, der Brot und Kleidung braucht. In diesen Worten gibt Gott uns jeden Tag wieder aufs neue, so Oosterhuis, die Möglichkeit, uns selbst und die Erde vor dem Abgrund zu retten.
Was wäre, was ist dieser Abgrund?
Der Liedtext sagt: gejagt sein, verfolgt sein, aber auch nicht der Jäger, nicht mit Hufen oder Raupenketten alles platt machen, nicht mit Klauen gierig nach allem und jedem greifen, nicht das atemlose Rennen in der Angst, etwas verpassen zu können, und nicht alle Möglichkeiten auspressen oder zu Tode strangulieren.
Aber auch nicht stumm wie die Fische – Flossen unter Wasser – also nicht sprachlos und nicht ansprechbar und also auch nicht verantwortlich, sondern hier wohnen auf 2 Füßen, denn auf einem Bein kann man nicht laufen und auf Händen und Füßen auch nicht. Und man könnte hinzufügen: auch mit einem klaren Verstand leben.
Wohin soll es gehen, wenn es gut geht? Was ist dann das Ziel?
Um die Ferne zu „belopen“ heißt es im Original mit der Griffigkeit und Konkretheit, die diese Sprache charakterisiert. Also so etwas wie die Ferne zu „erlaufen“. Welche Ferne? Die immer wieder zurückweichende Ferne? „Um den Horizont zu holen“, den doch niemals festhaltbaren Horizont? Ist hier die romantische Sehnsucht, das unerfüllbare Verlangen und Suchen nach der blauen Blume, von der die Romantik erfüllt war, gemeint? Oder weist der Dichter hier auf Richtungen der Philosophie hin, die die prinzipielle Unzulänglichkeit des menschlichen Vermögens konstatieren und trocken antworten: „Die Geschichte hat das ja hinlänglich bewiesen.“ Nein, Oosterhuis hält dem die These entgegen, dass die biblischen Erzählungen uns nicht zu Zynikern machen wollen, sondern durchaus zu Realisten, denen die Worte einschärfen, dass wir „herrlich gemacht sind“ und uns ein Talent zur Hoffnung mitgegeben ist, die Fähigkeit zur kühnen Utopie.
Man kann sich fragen, ob Oosterhuis nicht ein unverbesserlicher Optimist, wenn man folgendes bei ihm liest: „Die Geschichte lehrt – und die Bibel hat selbst aus der Geschichte gelernt - : dass das scheinbar Unerreichbare doch erreicht werden kann in dem Maße, wie Menschen sich dafür offen halten“.
Aber schauen wir doch herum: Hass und Terror, Rückschläge und Stillstand überall, es ist fast zum Verzweifeln! Aber doch immer wieder Versuche, Neuanfänge: hier in Bremen, und auf der großen Weltebene: ein sozialistischer Präsident, demokratisch gewählt, in Brasilien!? –
Hoffnung auf Grund legende, menschenwürdige Reformen? Die biblischen Erzählungen können uns zumindest immer wieder aufrütteln, geben eine menschenwürdige Richtung, Horizonte, Mut zum Neu-Aufstehen und so im Laufe des Lebens zu wachsen, zum Erwachsenen zu werden.
Aber die Frage steht noch immer: Was heißt das denn, Mensch zu sein auf der Erde?
Dazu hören wir ein Stück aus dem sog. 2. Schöpfungsbericht der Bibel.
(Lesung Gen. 2, 4b – 15)
Schauen wir noch einmal auf den Liedtext: Dort singen wir weiter, dass wir physisch ausgestattet sind mit Händen und Füssen, die allerlei können: eine Schneise durch Felsgebirge und durch Regenwald schlagen, Schutt wegräumen, aber ebenso auch Bosheit besänftigen, Vorurteile und Wahnideen und Groll eindämmen, säen und ernten, Zuwendung säen und Freundschaft ernten, so drückt es Oosterhuis aus. Festhalten und
loslassen, streicheln, austeilen und annehmen, segnen.
„Mit einem Bauch voller Begehren“ sind wir geschaffen: mit Antrieben, Leidenschaften und Intuition – Eigenschaften, um die Erde zu bewohnen und hier ganz gut auszukommen, Eigenschaften, die uns aber auch in Schwierigkeiten bringen, unser Leben verwirren, zu Komplikationen führen, darüber kann jeder von uns ein Lied singen. Die Fähigkeit zur Begeisterung bis hin zur Leidenschaft geht auf den Gottesatem zurück, von dem das 2. Kapitel der Genesis, die Gartengeschichte spricht.
Der Anfang dieser Erzählung erscheint auf den ersten Blick wie eine Wiederholung des Schöpfungsberichts- aus diesem Grund wird sie auch oft als 2. Schöpfungsgeschichte bezeichnet, die aus einer anderen Quelle stammt. Aber es handelt sich hier nicht um eine Wiederholung. Von nun an wird der Himmel, das Überirdische nicht mehr erwähnt und alles Folgende ist auf die Erde und die Bestimmung des Menschen und der Erde gerichtet.
Der Text bietet also Anthropologie. Im Gegensatz zum 1. Schöpfungsbericht erschafft Jahwe-Gott nicht dadurch, dass er spricht, sondern er wird dargestellt als ein Handwerker, ein Töpfer, ein Lehmformer (das hebr. bara [˜ erschaffen] ist hier nicht verwendet, sondern jatsar, was soviel ist wie Ton formen.)
Es ist ein großartiges Bild, das da vor uns entsteht: Gott richtet den schon geformten Lehmklumpen vor sich auf. Und erst dann, als er ihm seinen Atem in die Nase bläst, wird dieser Klumpen zu einem lebendigen Wesen – zu einem Wesen, das mit Lebensgeist und Lebenswillen erfüllt ist.
Der Schöpfungsbericht benennt den Auftrag der Menschen mit dem Wort: seid fruchtbar und gewinnt Macht über die Erde. Dagegen sagt das Erde- Lied im Rückgriff auf den 2. Schöpfungsbericht: die Erde behüten und ihr dienen.
Die üblichen Übersetzungen des 1. Schöpfungsberichts, z.B. auch die Einheitsübersetzung, verwenden den Begriff: macht sie euch untertan. Das ruft Assoziationen hervor „erniedrigen, mit Füßen treten, macht damit, was ihr wollt. Und könnt“. Aber das Erde-Lied beharrt darauf, so kann es nicht gemeint sein. Dort steht zwar „unterwerfen“, und das ist in der Geschichte so oft missverstanden worden als unterdrücken, ausbeuten, missbrauchen bis hin zum Vernichten. Für solche Ausdeutungen und Untertöne hat, so Oosterhuis, das Hebräische jedoch andere Worte.
Was also kann damit gemeint sein?
Die Erde ist von ihrer Natur her ein verschlingender Urwald, eine sich ausbreitende Wüste, menschenfeindlich. Die frühen Kulturen, zu deren Zeit die Schrift entstand, erlebten Naturgewalten als lebensbedrohend, daher mussten die in ihnen wirksamen Gottheiten besänftigt werden durch Riten und Opferhandlungen und waren dennoch nie ganz zu zähmen. In diesem Kontext muß die Wortwahl des damaligen Verfassers gesehen werden: macht euch die Erde untertan will also heißen: Gewinnt Macht über diese Natur, Jahwe hat sie für euch geschaffen. Widersteht der Versuchung, in ihr Götter zu sehen und diese anzubeten. Der biblische Text will so den Menschen anweisen, aus diesem wuchernden, widrigen Chaos, dieser Welt der Unbewohnbarkeit Wohnung zu schaffen, Kultur zu schaffen, das Tohuwabohu (das hebr. Wort) zu zähmen, Ödland begehbar zu machen, das Muster dieser Natur, nämlich das Recht des Stärkeren zu brechen, Ausbeutung und Egoismus zu durchbrechen – dann erst werden wir hier wohnen können.
Der 2. Genesisbericht ist da eindeutig: der Mensch soll den Garten, den Gott für ihn gemacht hat, bebauen und behüten. Und diese Formulierung ruft in Erinnerung, was wir eben in Ps. 24 gesungen haben: Von Adonai ist die Erde und ihre Fülle – nicht von Menschen, nicht von amerikanischen oder irakischen oder sonstigen Präsidenten, nicht von Gentechnologen, nicht von globalisierenden Weltkonzernen. Zu sagen, sie sei von Gott, öffnet unseren Blick für ihre Zukunft und unsere Stellung und Verantwortung in dieser Schöpfung. Sie bei ihrem Namen nennen heißt bei Oosterhuis: ihre göttliche Bestimmung erkennen, Ehrfurcht davor zu entwickeln und sich als Mensch dieser Bestimmung zuzuordnen. Dann wir deutlich, dass die Worte der Bibel über diese Erde sind zu lesen als „Gegensprache“. Geschichten gegen die Herrenmoral, gegen das verbreitete Muster dieser Welt, das den Mitmenschen als Rivalen, als Konkurrenten, als Feind ansieht, als jemand, den es zu übertrumpfen, ja gar zu vernichten gilt. Die Schwachen und Sanftmütigen, die Ausgleich Suchenden bleiben unglücklich zurück.
Sie haben die „Moral“, das Zentrum dieser Welt, nämlich wie Gott zu sein, nicht begriffen oder wollen es nicht begreifen. Im unserem Lied wird in der letzten Strophe auf einen solchen Unglücklichen angespielt, auf Abel, dessen Name bedeutet soviel wie „unscheinbar, nichtig, wehrlos“. Kain wollte ohne Bruder sein, er konnte den Bruder nicht mehr neben sich ertragen und erschlägt ihn. Die in der Bibel beschriebenen Götter-Menschen haben keine Brüder, keine Nächsten. Dagegen setzt das biblische Lied die Aufforderung, einen Lebensweg zu wählen, der nicht in den Wolken der Überheblichkeit daherkommt, sondern den Menschen neben mir als Mitmenschen sieht, ihm nahe zu kommen sucht, ihn nicht bekämpft, ausgrenzt, fallen oder Achsel zuckend links liegen lässt. Nicht das Glück sucht, das auf dem Unglück des anderen beruht. Einander mit Würde und Respekt begegnen.
In seiner Rede anlässlich der Trauerfeier für Prinz Claus der Niederlande hat Oosterhuis vor den anwesenden politischen und kirchlichen Würdenträgern klar bekundet, worauf die Schrift verweist: Liebe nicht als warmes Gefühl, als Jargon, sondern als praktische Solidarität, die nicht zulässt, dass andere hungern oder gefoltert werden und die im Fremden den Nächsten, den Nachbarn erkennt:
Dass ich Mensch bin auf der Erde, und nicht mehr, ein Kind von Menschen, eins davon und eins mit allen. Das ist dann: dein Reich komme. Ewiges Leben findet hier statt – jetzt schon erfahrbar, nicht ein uneinlösbarer, utopischer Entwurf. Im Vorgriff auf die Vollendung der Geschichte sprechen die biblischen Texte davon, dass Gott das Glück eines jeden Menschen auf Erden will – Himmel auf Erden.
Wie kann das sein?
Gott ist im Himmel und in seinem Wort, er ist in seiner Lebensweisung für uns zu finden, die sagt, dass sein Himmel auf Erden ist, da, wo seine Weisung gelebt wird. In dem Wort über Gerechtigkeit und Liebe, über Nächste und Fremde, über Aufnahme von Flüchtlingen und das Recht des Schwächsten wirkt Gott in Menschen und hält er die Erde fest.
Hier im Leben mit anderen, in tröstenden Worten, in Anteilnahme, in Barmherzigkeit, in Ausdauer und Gerechtigkeit – zum Segen füreinander.
So möge es sein.